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Volkswagen New Beetle Cabriolet

 

Nach dem Zweiten Weltkrieg ging man ihm das erste Mal an die Wäsche. Man ersetzte das Dach aus Blech durch eine Kapuze aus Stoff und nannte das offene Automobil „Käfer Cabriolet“. Das war 1949 und zog sich über 30 Jahre so hin, bis mit Exemplar Nummer 330.281 der letzte Käfer mit Mobildach im Jahr 1979 die Produktionshalle von Karmann in Osnabrück verließ.

700.000 Stück Golf Cabriolet, verkauft auf der ganzen Welt von Australien bis Japan, waren aus der Sicht der Käfergemeinde ein schlechter Trost für das Ende des viel formschöneren VWs ohne Blech im Dach.

Bis man sich bei VW, nachdem man auch den Vollblech-Käfer Mitte der Achtziger zum Alteisen gegeben hatte, wieder auf seine Wurzeln besann: Im Januar 1994 krabbelte auf dem Messestand in Detroit wieder so ein rundes Ding, das verdammt stark nach Käfer roch. Das so genannte „Concept 1“, eine Fahrzeugstudie, die an den Käfer mit Festdach erinnerte, stand zwei Monate später auch auf dem Genfer Autosalon. Überraschend dabei war nur: Am zweiten Pressetag zauberte man auch noch ein hübsches Cabriolet auf Basis des Concept 1 auf den Stand. Dann verging erst mal viel Zeit. Der Beetle kam auf den Markt. Nach einem anfänglichen großen Jubel über die neoklassizistische Karosserie entschloss man sich auch zur Produktion des Cabriolets. Verwarf seine Pläne jedoch wieder. Warf ein rein zweisitziges Cabriolet in die Runde. Gab auch dieser Variante wieder ein Laufpass. Und beschloss schließlich und endlich die Produktion.

 

 

Nach neun Jahren des Konstruierens und Zauderns geht das VW Beetle Cabrio nun im Januar in den USA in den Verkauf. Und ab Frühjahr 2003 auch bei uns.

Die Rustikalität des ersten Käfer Cabrios kontert der in Mexiko gefertigte Beau (geplante Auflage: 50.000 Stück pro Jahr) mit zeitgeistiger Technik: Ein Überollschutzsystem, dessen Stützen in 0,25 Sekunden zur Stelle sind, schützt die Insassen bei der Rolle seitwärts. Das Verdeck öffnet sich optional elektrisch via Fernbedienung in nur 13 Sekunden. Und unter der Fronthaube werkelt anstatt eines versoffenen Boxermotors wahlweise ein zeitgemäß undurstiger Diesel-Direkteinspritzer (100 PS).

 

Was vom urigen Vorgänger auch in Zukunft bleibt, sind die vier Sitze und der unbändige Orkan in der letzten Reihe. Von der soziodemographisch ermittelten Zielgruppe - zur Hälfte Frauen unter vierzig, ein Viertel Singles, die zu drei Vierteln mehr als einen Wagen besitzen  – sitzt sowieso niemand hinten; schon wegen der Frisur.

Die Motoren (drei Benziner und ein Diesel. Leistung zwischen 75 und 115 PS) sind in jedem Fall frisurfeindlicher als jede der zahlreichen Ausbaustufen des seligen Boxermotors. Die schärfste Beetle-Version, das Beetle Cabrio mit dem Zweiliter-Benziner mit 150 PS, kommt vorerst nur in den USA in den Verkauf - und damit genau dort, wo 150 PS eher ein Strafzettel als Sinn machen. Trotzdem scheint der Erfolg des hübschesten VW-Cabrio seit 23 Jahren fast sicher – sollte sich Volkswagen den Markt mit volksfernen Preisen nicht erneut selbst - siehe Beetle -  kaputt machen.

 

Weitere Informationen:

VW Phaeton V10

VW Lupo (50 PS)

VW Lupo 1.2  3L TDI

VW W12 Coupé

 

oder unter www.volkswagen.de

 

 

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