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Test Seat Leon Cupra (225 PS)

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Keiner wird ihn mit Anhängerkupplung ordern. Das Glasschiebedach gibt es nicht einmal gegen Aufpreis. Sport ist sein Auftrag, brave vier Türen und brave Großserie sein Hintergrund. Wie der Alfa 147 GTA oder Subaru Impreza WRX hat er es faustdick an den Rädern. 225 PS zum attraktiven Preis von 23.000 Euro – Test: Seat Leon Cupra R.

 

Der Grenzbereich ist wirklich nicht der rechte Moment, eine Debatte über Platz, Kofferraum und Alltagsnutzen loszubrechen. Aber der Cupra R würde ihr standhalten, denn er ist im Ansatz ausgesprochen vernunftbegabt: vier Sitzplätze, vier Türen, großer Kofferraum, vollwertiges Ersatzrad. Dass die Karosserie hinten herum sehr unübersichtlich ausfällt (schmale Scheibe, hohes Heck), ist Leon-Alltag. Der Cupra R jedoch ein guter Grund, aus diesem mal herzhaft auszubrechen – wobei letzteres, um zu gelingen, mit Frontantrieb, neutraler Fahrwerksabstimmung und ESP vor allem fahrerischen Einsatz erfordert.

 

Wenn die ESP-Leuchte im Grenzbereich leuchtet wie die Augen des Fahrers nach schnellen Kurven, verläuft alles im grünen Bereich. Alle reden vom Golf GTI … –  hier ist er: 1.366 Kilo Leergewicht, 1,8 Liter Hubraum, 225 PS (bei 5.900/min), 126 PS Literleistung, 6,07 kg/PS, 10,9 Liter Super Plus Testverbrauch. 

 

 

 

Der Motor vom TT poltert mit kräftiger Stammwürze. Etwas angekratzt, streng säuselnd, hohl summend – typisch potenter Turbo mit wenig Hubraum. Gute Erziehung? In einer strengen Schule würde der Cupra R die Ohrfeigen des Lehrers für die Klassengemeinschaft allesamt abräumen. Raue Sitten, rauer Motor. Standgeräusch 86 dB(A), Fahrgeräusch 71 dB(A). Gute Schulnoten hören sich anders an.

 

Auch im Großhirn des Cupra-Piloten übermannt ab 2.500/min die Emotion die Ratio. Der R hängt sauber am Gas. Die Reaktionen des Turbomotors sind nicht ganz so spritzig wie die eines gut gemachten Saugers gleichen Hubraumvolumens, dafür umso vehementer. Das kurzwegige Getriebe ist die Eintrittskarte. Die Schaltanschlüsse sind gierig, die Wege des Sechsganggetriebes kurz. Der aggressiv pfeifende Lader macht brutal Druck. Der Vergleich mit der Gummizwille ist so alt wie hier treffend. Die Turbo-Explosion hat hier noch etwas Archaisches. Es geht schneller als man meint mit der Beschleunigung. 6,9 s von 0 auf 100 km/h, 200 km/h bei 5.000/min und es geht immer noch kraftvoll voran. Knapp vor 6.000/min atmet der R noch einmal kurz durch, bevor irgendwo nahe dem Tacho-Ende Motorleistung und Luftwiderstand einvernehmlich Frieden schließen. In Gegenrichtung ist der Spanier mit martialischer Felgen-Bremsscheiben-Optik, weit oben liegendem Pedaldruck und raschem Ansprechen ebenso ein Heißsporn. Für den bei Notwendigkeit unbarmherzigen Bremszugriff steht ein im Sport- und Rennwagenbereich geschätzter Name: Brembo.

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