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Fürstlich reicht nicht

Bentley Staatslimousine

Fürstlich reichte nicht – wie etwa ein im Radstand verlängerter Bentley Arnage. Zu unstattlich, zu unrepräsentativ, zu bürgerlich. Es musste mehr sein, und es musste einzigartig sein, das neue Automobil, das man seiner Majestät Königin Elisabeth II. anlässlich des fünfzigjährigen Thronjubiläums schon vor den großen Feierlichkeiten im Juni 2002 überreichte. Bisher kamen die offiziellen Staatskarossen des englischen Königshauses von Rolls-Royce, nun parkte man den ersten Bentley in einer der königlichen Garagen – neben den fünf Rolls-Royce-Limousinen

Die Markentradition begann mit einem Rolls-Royce Phantom IV, der am 6. Juli 1950 an die damalige Prinzessin Elisabeth und ihren Gatten, den Duke of Edinburgh, ausgeliefert wurde. Bis 1987 wurden vier weitere Rolls-Royce, zwei Phantom V (1960 und 1961) und zwei Phantom VI (1977 und 1987) in den königlichen Fuhrpark übernommen. Die Rückerinnerung auf das letzte Thronjubiläum vor 25 Jahren gebar die Idee, ein neue Staatslimousine im mittelenglischen Crewe zu fertigen - zum 25jährigen Thronjubiläum, 1977, präsentierte der Verband der britischen Automobilhersteller und Autohändler im Namen all seiner Mitglieder dem königlichen Oberhaupt den Phantom VI, der bis heute ihr bevorzugtes Transportmittel bei offiziellen Anlässen war und mittlerweile mehr als 200.000 Kilometer zurückgelegt hat. Nun sollte die königliche von Bentley kommen.

Im Februar 2000 begann man mit den Arbeiten. Die Entwicklungsziele waren von Anfang an streng definiert: Im Gegensatz zu seinen Vorfahren sollte der im ständigen Austausch mit der Königin, dem Duke of Edinburgh und ihrem Hofchauffeur entwickelte Wagen ein echtes Unikat und kein für die Zwecke der königlichen Familie modifiziertes Serienmodell sein. So gleicht die royale Limousine keinem einzigen Bentley aus dem Londoner Westend. Die royalen Insignien der Macht hat Bentleys aufwendigste Repräsentationslimousine verinnerlicht: Die Karosserie ist außergewöhnlich hoch, zwei Meter breit, und beginnt mit einem imposanten tempelartigen Kühlergrill.

Im Gegensatz zu den früheren Rolls-Royce -Limousinen, deren Karosserie auf das Fahrgestell montiert wurde, ist die Karosserie nun selbsttragend. Diese Konstruktionsweise spart Platz, weil die erforderliche Kopffreiheit nicht mit einem extrem hohen Aufbau erkauft werden muss. Zudem ließ sich damit der Kardantunnel ohne störende Wölbung des Unterbodens in Richtung Innenraum vollständig unter den Wagenboden verbannen.

Besondere Aufmerksamkeit wurde den hinteren Türen gewidmet. Sie sind breiter als bei den bisherigen königlichen Fahrzeugen, hinten angeschlagen und öffnen in einem annährend rechten Winkel. Weil ihre Oberkanten weit in die Dachfläche schneiden, kann die Königin sich vor dem Aussteigen aufrichten und ohne Kollision mit dem Fahrzeugdach sicher und komfortabel den Wagen verlassen. Die beiden Rücksitze wurden mit „West-of-England“-Stoff bezogen, alle anderen Interieurbezüge, samt die der zwei gegen die Fahrtrichtung weisenden Klappsitze, sind aus hellgrauem Connolly-Leder. Im Fond wurden barodablaue Teppiche mit einem royalblauen Läufer vor den Rücksitzen kombiniert, während im Fahrerraum durchweg Dunkelblau zum Einsatz kommt.

 

Der Sichtbarkeit bei offiziellen Auftritten wegen wurden die D- und die E-Säule so positioniert, dass das Königspaar zwischen beiden immer deutlich zu sehen ist. Andererseits sichern undurchsichtige Verkleidungen für die Heckscheiben, die sich bei Bedarf im Kofferraum verstauen lassen, den perfekten Schutz der Privatsphäre. Den royalen Traditionen Folge leistend, wurde der Wagen unterhalb der Zierleiste in „Royal Claret“ und darüber schwarz lackiert. Den Traditionen weiter folgend, wird auch die erste Bentley-Staatslimousine wie ihre Vorläufer von Rolls-Royce die üblichen Produktzyklen für Personenkraftwagen großzügig um einige Jahrzehnte überschreiten. Ein nächster Termin für einen Modellwechsel wäre der Juni 2027. So lange, 25 Jahre lang, steht der Bentley voraussichtlich mindestens im Dienste seiner Majestät.

 

Weitere Informationen:

Bentley Arnage R

 

oder unter www.bentleymotors.co.uk

 

 

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