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S lohnt sich

Test: Porsche Boxster S Tiptronic

 

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Echt ist ein Porsche, wenn sich dem Fahrer beim Ausdrehen des Boxermotors die Armhärchen hochstellen, und der Reisekoffer beim Bepacken zuvor trotzdem noch untergekommen ist. Echt ist ein Porsche, wenn er den Grenzbereich genauso lässig meistert wie den Alltag – insofern ist der Boxster S Modelljahr 2003 vor allem eins geblieben: Porsche.

 

Aus Lust am Grenzbereich, aus Lust an der Geschwindigkeit, aus Lust am offen fahren, aus Lust an zustimmenden Blicken, aus Lust an der Freude, aus Lust an der Lust … - die emotionalen Gründe sich einen Boxster S anzuschaffen, sind mannigfaltig. Dass sich die tagtäglichen Freudenschübe auch noch rational erden lassen, ist dabei das perfekte Alibi: Der Boxster hat gleich zwei Kofferräume (mit zweimal 130 Liter Stauvolumen; vorne für einen Getränkekasten samt Einkauf, hinten für einen Koffer). Welcher Van hat das zu bieten? Beim unstetigen Aktienmarkt lässt sich Geld gewinnbringender in Porsche Boxster als in Anteilen anlegen. Der kleine Porsche, fast sieben Jahre und über 100.000 Exemplare jung, ist preisstabil wie wenige Automobile auf dem Markt.

Trotzdem taten ihm die Verfeinerungen zum Modelljahr 2003 sichtlich gut. Von außen erkennt man die neue Boxster S-Klasse, Baureihe 986, vor allem an den lamellisierten seitlichen Lufteinlässen, an der Heckscheibe aus Glas und am zentralen Doppelauspuff. Auf der Autobahn am neuen, ab 120 km/h ausfahrenden Heckspoiler.

 

 

 

Der nur in Details überarbeitete Innenraum (neue Tippschalter, neue Aluoptik, verbesserte Materialanmutung) ist so gekonnt schlicht, dass es ganz schlicht edel wirkt. Jenes neue Handschuhfach (Volumen fünf Liter) und die mit Verschlussdeckeln versehenen Ablagefächer in den Türen werden den Praktiker erfreuen. Das Lenkrad ist nach wie vor ausschließlich vertikal verstellbar – für sehr große Menschen ab etwa 1,90 Meter Körpergröße nicht ganz ideal, aber wegen dem so immer gleich langen Auslöseweg des Fahrerairbags eine vernünftige Lösung. Ob die auch auf langen Reisen bequemen Sitze nun zu schmal gebaut sind oder nicht, darüber lässt sich streiten - ist der Fahrer so sportlich wie sein Auto, erübrigt sich die Diskussion.

 

Kritikwürdig auch noch nach der Modellpflege, egal ob als Boxster oder Boxster S, ist aber die Instrumentierung. Der große Drehzahlmesser sitzt zwar optimal im Blickfeld des Fahrers, die Skalierung des klein geratenen Tachometers ist jedoch zu winzig und zu grob –  wohl deswegen der darunter liegende digitale Zweittacho als numerischer Bewährungshelfer.

Denn wahrlich, der Tacho samt Gasfuß sollten hier die best überwachten Teile im Auto sein. Läuft der Boxermotor beim Kaltstart mit erhöhtem Puls urwüchsig rau an und setzt das satt unterfütterte Boxertrommeln ein, schnellt auch der Puls des Fahrers sprunghaft nach oben. Weiter zum Bodenbrett animiert vom tiefen Brabbeln und rauchigen Fauchen oder hellem Kreischen ab etwa 5.000/min - legale Geschmacksverstärker dabei: seitens steil aufragende Bergwände oder das Motorgeräusch potenzierende Straßentunnel.

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