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Diesel Sport Peugeot RC
Würden Sie einen Sportwagen kaufen, der Kraftstoff spart? Mit einem Motor, der sich seine Arbeitstakte nicht von Zündkerzen diktieren lässt? Wohl nicht, sonst gäbe es den Diesel-Sportwagen schon jetzt auf dem Markt. Oder doch? Dann war man auf Produzentenseite zögerlich oder hat die Nachfrage wieder einmal gründlich verschlafen. Peugeot darf sich zumindest seit Frühjahr 2002 zurechnen, nicht zu den eisernsten Schläfern auf dem Automobilmarkt zu gehören, denn nachdem man den HDI-Diesel schon im 406 Coupé installiert hat, tat man dies nun auch in einem Sportwagen – wenn auch nur in einer Modellstudie.
Das Konzeptfahrzeug RC reicht Peugeot gleich im Doppel. Die schwarze Variante des Mittelmotor-Sportwagens hat den bekannten 2,2 Liter-Benziner EW10J4S, der es im RC auf 181 PS bringt, unter der Haube im Heck. Beim baugleichen, aber roten RC Karo ist das quer vor der Hinterachse eingebaute Aggregat ein Selbstzünder mit 175 PS, der in Serie, wenn auch in abgeschwächter Form, schon im 406 und im 607 Dienst tut. Ein elektrohydraulisches Sechsgang-Schaltgetriebe vom Typ ML6C, welches über den Schalthebel auf der Mittelkonsole oder über zwei Tasten am Lenkrad geschaltet wird, verwaltet das mit 400 Newtonmetern schon bei niederen Drehzahlen kraftvolle Drehmoment des 2+2-Sitzers. Vorne und hinten kommen fahrwerksseitig Dreieckslenker zum Einsatz. Gebremst wird an allen vier Enden mit leichten und thermisch effektiven Monobloc-Keramikscheiben. An der Heckkante sitzt ein bis zu vier Zentimeter ausfahrbarer Spoiler, mit dem sich der Abtrieb an der Hinterachse regulieren lässt. Sportivität wird auch mit den Sechspunktgurten demonstriert. Gewachsenes Sicherheitsdenken mit einem in die selbsttragende Karosserie integrierten Überrollkäfig und einem Stabilität bringenden, bis zum Dach ansteigenden Mitteltunnel in Form eines Skorpionschwanzes.
Der RC-Pilot plumpst, ist er untrainiert, wie ein voll gefressener Kater, vorbei an den exotisch anmutenden „Halbschmetterlingstüren“, in die tief unten liegenden Carbon-Sitzschalen. Drinnen ist, den Aluzierrat ausgespart, alles rot und schwarz. „2+2“ heißt: Hinten finden nur Erwachsene im seltenen Format 1,35 Meter ausreichend Platz. Vorne sieht es unter dem 1,15 Meter hohen Dachfürst für Haupt und Glieder besser aus. Der Pilot blickt auf einen futuristischen Digitaltacho, der in einem eigenartigen Gegensatz zu dem eher klassisch, im Stil der späten Sechziger gehaltenen Interieur steht. Telefon, Bordnavigation, CD-Player und Regensensor gab es vor 35 Jahren auch noch nicht. Die harmonische Optik des Exterieurs gehört bei Peugeot seit Jahrzehnten dazu. Auf die sehr gelungene Frontpartie kann man in Paris getrost anstoßen. Die insbesondere beim Blick von Hinten merkwürdig große Aussparung, links und rechts vor den Radkästen im Bug, geht so geformt nicht in Serie. Trotzdem ist Peugeot auf dem Richtigen Weg. Die „Windlöcher“ in den Flanken dürften die Kundschaft zwar kaum reizen, ein verbrauchsgünstiger Dieselmotor in einem waschechten Sportwagen aber schon. Weitere Informationen:
oder unter www.peugeot.de
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