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Gehörsturz August 2009: Impressionen vom 36. AvD-Oldtimer-Grand-Prix auf dem Nürburgring. Und einige Tipps, wo an der Grand-Prix-Rennstrecke imnächsten Jahr am meisten zu sehen ist.
290 km/h, 50 km/h, Yokohama und es kracht – Dass betagte Formel 1-Fahrzeuge betagt sind, will man am Yokohama-S, wo der Unterschied zwischen Topspeed auf Start-Ziel und Einbremsen in die Schikane am dramatischsten ist, nicht glauben. Oder die alten Dinger gehen gnadenlos quer wie der Aston, der penetrant auf drei Rädern, fast im Diesseits der Gravitation, gen Ford-Kurve balanciert wird.
Schadenfreude kommt von Schaden? Schon wieder rutscht einer aus und steht auf dem Abschlepper. Den Fahrer des Testarossa (erste Serie) ficht es offensichtlich nicht an, dass zum exorbitanten Auktionspreis – geschätzt – auch 35 gebrauchte Porsche 911 zu erwerben wären. Der Leistungsüberschuss mit der permanenten Androhung von Heckwischerei zwingt auch manch anderen Ferrari-Piloten zur Bedacht, aber als Zuschauer bekommt man davon anregend wenig mit. Der Triumph geht vor der Mercedes-Tribüne gnadenlos quer, und der Fahrer des Ford GT40 hat in der fahrdynamisch heiklen Doppelkurve allen Grund zur Feigheit und zum späten Gasgeben weit nach dem Kurvenscheitel – frei nach Röhrl: "Wenn du die Leitplanke, die du gleich treffen wirst, sehen kannst, nennt man das »untersteuern«, wenn du sie nur hören und spüren kannst, wars »übersteuern«."
Den temporalen Tinnitus besorgen die US-V8-Boliden oder historische Formel 1-Fahrzeuge: Stellen Sie sich unter eine startende 747, und Sie fühlen sich entspannt. Das brutale Verbrennungssägen der F1-Aggregate und das durchgeknallte Beschleunigungsspektakel – beides wirkliche Elementarerlebnisse – sind am besten zu erleben exakt zwischen Yokohama-S und Kumho Kurve. Problem, als nicht zugelassener Fotograf kommen Sie dort nicht hin. Also: Wieder hinauf auf Tribüne T4 oder ans Ende des Hersteller-Ausstellungsgeländes (Ferrari-Maserati-Lamborghini-Porsche): Höhe Porsche, hinter den Zaun der Kumho-Kurve.
Am meisten kracht es unterhalb von T4 oder hier: in der NGK-Schikane. Verbremser eines Monoposto, bedrohlich in Richtung Leitplanke schwänzelnde DTM-Tourer ... Die Mini-Challenge hobelt, wenn einige Piloten nicht schon zuvor am abschüssigen ADVAN-Bogen mit 150 ins Grün abgedriftet sind, durch die Schikane - wie der Parmesanhobel durch den Käse.
Keine Frage,
der zuschautechnisch interessantesten Streckenabschnitt liegen hier oder am
Ende der Start-Ziel-Gerade. Gut einzusehen auf der Mercedes-Tribüne T4. Hier
geht im Rennen öfter mal etwas schief. Ansehnlich schief wie damals bei
Röhrl: "Gute Fahrer haben die Fliegenreste auf den Seitenscheiben." Viel
Schiss am Flankenglas, Rennfahren ist, wenn etwas schief geht.
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