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„Es sollte schon ein altes Auto sein und der Manta macht richtig Spaß“, sagte Heinz-Harald Frentzen, der mit einem für die Rundstrecke präparierten Manta A der Gruppe 2 von 1974 beim Oldtimer Grand-Prix 2005 am Nürburgring auf die Piste ging.
Eine ehrbare Haltung zum Arbeitsgeber Opel, der mit dem Manta (zum eigenen Nachteil) nicht mehr viel am Hut hat. Wer anderswo Untreue wittert, fühlt sich beim Oldtimer Grand-Prix bestätigt: Cora Schuhmacher fährt hier Mini. Nicht alt, sondern von BMW. Ihr Mann, Ex-BMW-Fahrer Ralf Schuhmacher dagegen längst im japanischen Auto und obendrein permanent ohne Dach – worauf Cora am Nürburgring gerne verzichtet: „Die alten Wagen wären nichts für mich. Offen fahren bei den Geschwindigkeiten, das ist mir zu unsicher.“ Ein Plädoyer für eine fotogene Fönfrisur.
Steht die rechte Schuhsohle fast permanent am Boden wie in 100 Fahrzeugen beim Langstreckenrennen über 400 Kilometer am Freitag, dann heißt der historische Boden Nordschleife. Den ersten Sieg des Tages - Bestzeit nach dem Training – verbucht die Mannschaft um Wolfgang Krahn und Peter Scharmach aus Solingen auf ihrer Chevrolet Corvette von 1971, mit 7,4 Litern Hubraum ein echtes "Volumen"-Modell im Feld der Fahrzeuge der Jahre 1947 bis 1971.
Markiert die bullige, rund 400 PS starke Corvette Stingray das auf die Verdrängung von viel Gegenwind getrimmte obere Ende des Fahrerfelds, so geht dem Steyr-Puch 650 TR von Helmut Undorf mit 65 PS aus 675 Kubikzentimetern nur mit viel Mut auf den langen und steil ansteigenden Geraden nicht die Puste aus. "In den Kurven hole ich sie alle", meint Undorf. Trotzdem fahren ihm alle – normale Tragik am alten Ring – davon.
Willen ist schon viel, aber Hubraum immer noch alles. Dominierten früher im anspruchsvollen Gelände der "Grünen Hölle" fahraktive Tourenwagen wie Lotus Elan, Porsche 904, Alfa Romeo Giulia, BMW 2002 und Ford Escort, sind heute oft hubraumstarke Autos im historischen Feld die erste Wahl. Ford Shelby Mustang GT 350, Chevrolet Corvette oder Ford Falcon holen auf den Geraden lässig auf, was ihnen die vom Fahrwerk überlegenen Porsche 911, Austin Healey Sprite und Alfa Romeo Sprint in den Kurven abgenommen haben.
Die Fahrer durften sich abwechseln, das Auto musste halten. Weltmeister zu sein, blieb auch hier kein Privileg für Pannenfreiheit. Gerade der Wagen von Walter Röhrl hatte Schwierigkeiten. Der Opelaner, dem zu Beginn der 80er die Ur-Quattros von Audi um die Ohren flogen, diesmal auf einem Porsche 356B aus dem Jahr 1961 unterwegs, schaffte es nur bis ins Training: "Wir haben einen neuen Motor drin. Der kam nicht auf Drehzahlen, hatte keine Leistung", so Röhrl-Kollege Reichhart.
Dabei steht Porsche oft für Gewinnen. Gedroht haben die Corvettes, gewonnen haben auch an diesem Wochenende die 911: Am Ende gingen Eschmann und Hulverscheid auf Porsche 911 ST von 1971 durchs Ziel. Zweiter wurde der Vorjahressieger Klaus-Dieter Frers auf Porsche 904/6, der den lange Zweitplatzierten Singer auf Porsche 914/6 noch in der letzten Runde auf den dritten Platz verwies. Sie alle haben ihn eingeholt, auch wenn er glaubte in den Kehren an ihnen zu kleben wie ein Gummi an der Sohle. Helmut Undorf auf Steyr-Puch kam als 81ster ins Ziel. Hinter ihm fuhr keiner mehr durchs Ziel, vor ihm alle. (ae/ta)
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