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Revolution in aller Stille

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Fahrbericht: Lexus RX 400h

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Gefühl: Fahren ohne Motor. Der Schlüssel steckt im Zündschloss, aber mehr als ein helles Summen weist nicht darauf hin, dass hier gleich drei Motoren Dienst tun – der 272 PS starke Lexus RX 400h, der erste SUV mit Hybridantrieb, im Fahrbericht.

 

Wozu Hybrid? Wozu die Kombination von Verbrennungs- und Elektromotor in einem SUV, dessen Gattung sich nicht per se durch geringen Benzinkonsum definiert? Kurz geantwortet: wegen dem enormen Drehmoment und der Umwelt. Mit einem Gesamtverbrauch von 8,1 Liter (Werksangabe) und dem direkt davon abhängigen CO2-Ausstoss von nur 192 g/km ist der rund 2,1 Tonnen wiegende Lexus RX 400h in seinem Segment ein echter Saubermann (mit schon heute Euro 5-Potential). Direkte Konkurrenten pumpen einige Liter mehr aus dem Tank und das Doppelte an Emissionen in die Luft.

Start und Antrieb erfolgen beim Anfahren fast lautlos ausschließlich über die beiden Elektromotoren. In diesen Momenten verbraucht der RX 400h keinen Kraftstoff und arbeitet völlig emissionsfrei. Der 211 PS starke 3,3 Liter-V6 aus dem RX 330 (hierzulande nicht angeboten) schaltet sich darauf hinzu, um sich im Schiebebetrieb, beim Verzögern oder Anhalten automatisch wieder anzuschalten. Dann arbeiten die Elektromotoren als Generatoren und wandeln die kinetische Energie des Fahrzeugs, die beim Bremsen normalerweise in Form von Wärme verloren geht, in elektrische Energie um, die in der Batterie gespeichert wird.

 

 

 

Erst bei Bedarf, bei Zwischenspurts oder Überholvorgängen, werden die beiden Elektromotoren aktiv. Schon im Bereich zwischen Null und 1.500/min, wo der Benzinmotor noch wenig Kraft liefert. Der Übergang erfolgt sehr harmonisch. Der Schub ist enorm. Kurzfristig stehen, vergleichbar einem sehr hubraumstarken V8-Motor, zwischen 0 und 20 km/h 750 Nm Drehmoment zur Verfügung – mehr Kraft als bei der Stuttgarter Konkurrenz mit frei saugendem und aufgeladenem V8 (420 bis 709 Nm; Test Porsche Cayenne S).

Ebenso bei mangelnder Traktion der Vorderräder klinkt sich der hintere Elektromotor, der unabhängig von der vorderen Antriebseinheit gesteuert wird, in die sehr harmonisch arbeitende Schubgemeinschaft ein. Da bei diesem rein elektrischen Allradantrieb keine mechanische Verbindung zwischen Vorder- und Hinterachse besteht, entfallen Verteilergetriebe und Kardanwelle, was dem Lexus RX 400h im Vergleich zu einem herkömmlichen Allradunterbau einige Kilo erspart.

Die Leistungsverzweigung zwischen Sechszylinder, Elektromotoren und Generator wird vom „HSD“ (Hybrid Synergy Drive) über eine Planetengetriebeeinheit geregelt. Der Fahrer selbst bleibt von den komplexen Abläufen unter der Motorhaube unberührt. Die Automatik verfügt neben den gewohnten Markierungen über die Stellung „B“, mit der im Schiebebetrieb – etwa auf längeren Gefällstrecken – die Bremswirkung des Verbrennungsmotors genutzt werden kann.

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