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Auch Form ist Luxus

 

 

 

 

 Lexus Concept Cars in Serie?

Lexus heißt Luxus. Luxus ist oft konservativ. Die Lexus Concept Cars der letzten drei Jahre nicht – wo steuert es hin, das Lexus-Design? Ein Ausblick im Rückblick.

Erstklassiges Design ist nicht demokratisierbar. Der gelungenste Karosseriezuschnitt ist eine Diktatur der Form: schlüssig, kein Umweg, direkt ins Herz. „L-Finesse“ (was für die Lexus-Designoffensive der nächsten Jahre steht) klingt so und sieht in der Konzeptphase auch oft so aus: Entschlossen, aufgeräumt, unkonventionell – der 4,91 lange und 1,90 Meter breite Lexus LF-X (Lexus Future-Crossover) ist ein SUV nach den Erfordernissen der Zeit: einerseits matschaffin dank Allradantrieb, andererseits mit so wenig Bodenfreiheit, dass „Offroad“ zumeist den nicht auf der Navigations-DVD gespeicherten Zubringer zum Opernparkplatz bezeichnen dürfte.

Mit stämmigem Body, kraftvollen Schultern, diamantartig eingebetteten LEDs in den Front- und Rückscheinwerfern und muskulösen Kotflügelausformungen, die gerade so die fürs Gelände viel zu breiten und profilschwachen Pneus aufnehmen, ist der LF-X wie der Range Rover (Test: Range Rover TD6) oder der BMW X5 (Test: BMW X5 4.4i) ein Offroad-Onroader, der von seiner Aura Gummistiefel und Frack in einer Fahrzeugkarosserie vereint. Bis zum Repräsentieren in Crocodil-„Dandy“-Manier vergeht allerdings noch einiges an Monaten.

Dies offenbart das supermoderne, trotzdem anheimelnde Interieur mit Airbusartiger Drive-by-wire-Steuerkanzel, knackigen Schalensitzen (dritte Sitzreihe im Fahrzeugboden versenkbar) und einem futuristischen Navigationssystem im Halbkuppeldesign.

Ein Schicksal, dass der LF-X wie den Antrieb (4,3 Liter-V8) und den für europäische Ohren unglückseligen Konzeptnamen mit dem ebenfalls im Herbst 2003 in Tokyo präsentierten Lexus Future-Sedan „LF-S“ teilt – Autos mit Herz und Seele, aber serviert als unsinnliche Buchstabenkombination.

Besser zu verkaufen als diese Titulierungsschwäche ohne Gedächtnishaftung ist die zugleich schlichte, elegante und rasante Form des 4,94 Meter langen, aber nur 1,35 Meter hohen LF-S samt dem implantierten Hybridantrieb (eine in Japan häufiger als hierzulande praktiziertes Zusammenspiel von Elektro- und Benzinantrieb; Test eines japanischen Hybridfahrzeugs: Honda Insight).

Ob das Concept Car LF-X schon heute einen Ausblick auf die nächste RX-Generation gibt, der LF-S dem neuen LS430 vorgreift und ein Multifunktions-Cabrio wie der in der Karosserielinie dynamisch nach vorne drängende Lexus LF-C je in Serie gehen wird, ist tendenziell abzusehen, jedoch noch nicht ganz gewiss.

Das Concept Car LF-C weist in Sachen Styling und Technologie zahlreiche Elemente auf, die sich auch in der zukünftigen Generation des Lexus IS (Herbst 2005) wieder finden werden. Ausgerüstet ist der Hecktriebler mit einem V8-Frontmotor. Das augenfälligste Merkmal des LF-C ist jedoch sein vierfach verstellbares Hardtop. Das aufwendige Dachkonzept verwandelt den LF-C auf Knopfdruck vom Coupé in ein Cabriolet oder vom Targa in einen Speedster, gerade so, wie es dem Fahrer beliebt. Bei Bedarf verschwindet das Faltdach automatisch in einem winzigen Heckstaufach.

Dass der RX in Japan in Zukunft nicht mehr als Toyota Harrier oder Kluger (die in Japan angebotene Langversion) verkauft wird, und der gelungene SC430, der so interessant und außergewöhnlich ist, wie es ein SL nie sein wird, endgültig auch auf der Insel vom Toyota (Soarer) zum Lexus empor klimmt, ist schon seit Oktober 2003, als Lexus erstmals auf der Tokyo Motor Show ausstellte, beschlossene Sache: Ab August 2005, 15 Jahre nach der Markteinführung in Nordamerika, firmiert Lexus auch in Japan unter Lexus. Wie stark die neuen Modelle des Jahrgangs 2005/2006: GS im März 2005 (mit neuem 3,0 Liter-V6-Direkteinspritzer mit 245 PS), RX-400 A im Mai (Verbrennungsmotor und zwei Elektromotoren, 0 bis 100 in nur 7,6 s), IS im Oktober 2005, schon vom Designanspruch „L-Finesse“ gekennzeichnet sind, darf gespannt abgewartet werden.

 

Hegen sie äußerlich Familienbande mit LF-S, LF-X und LF-C, oder pflegen sie wie der jüngst in Detroit präsentierte 500 PS starke und 320 km/h schnelle Supersportwagen Lexus LF-A weiterhin den äußerst attraktiven Auftritt, so ist zu erwarten, dass die überarbeiteten Modellreihen viel mehr offerieren als seidig flüsternde Motoren (SC430), samtiges Abrollen (LS430) und hohe Agilität (IS300). Charme, dies hat man auch in Japan erkannt, hat nicht allein etwas mit tugendhaften Fahrzeugeigenschaften und hervorragender Verarbeitungsqualität zu tun. Design, welches es allen recht zu machen versucht, fasziniert bedeutend weniger als das von Lexus in den letzten zwei Jahren in Konzeptform gezeigte – eben auch Form ist Luxus. (er)

Weitere Informationen unter:

www.lexus.de

 

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