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Aufstieg aus dem Osten Test: Kia Opirus 3.5 V6 Executive
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KIA“ leitet sich aus zwei chinesischen Schriftzeichen ab. „KI“ steht für „Aufsteigen“, „A“ für Ostasien. Diesen „Aufstieg aus dem Osten“ versinnbildlicht das Flaggschiff Opirus wie kein anderes Automobil des Konzerns - der Kia Opirus 3.5 V6 Executive im Test.
Das Typenschild „Opirus“ erinnert an das biblische Ophir. Die Stadt war in der Antike ein Handelszentrum für edle Güter wie Gold, Sandholz und exotische Tiere. Kia stand, zumindest in Deutschland, fast in Opposition zu solchen Begriffen von Stil und Luxus – da kann, soviel vorneweg, die ausgewachsene Limousine Opirus schon so manches Weltbild gründlich zum Einsturz bringen.
Den Fragenwollenden funkelt, bevor sie es noch artikulieren können, schon der Stern in den Augen. Manchmal formt sich dieses Erstaunen auch in die Frage, ob die ostasiatische Großklasse ein Mercedes sei – denn die Ähnlichkeit mit der E-Klasse schwingt in den Chromwindungen des Kühlergrills sehr deutlich mit (Foto). Hier formuliert sich auch der Anspruch, den Audi A6, BMW 5er, Jaguar S-Type, Mercedes E-Klasse und Volvo S80 einige Verkaufseinheiten abzuwerben.
In dieser harten Mission offeriert der große Kia, der in 22 Monaten mit einem Kostenaufwand von nur 167 Millionen Euro zur Serienreife gebracht wurde, vor allem mehr: Mit einem Gardemaß von 4,98 Meter Länge und 1,85 Breite mehr als in der Oberen Mittelklasse gemeinhin üblich (eine E-Klasse ist 16 Zentimeter kürzer, eine S-Klasse nur sechs länger), mit einem Grundpreis von 37.600 Euro mehr Ausstattung als die Regel – Basispreis-Vergleich: Ein E 320 Classic steht mit 45.100, ein 530i mit 41.100 und ein S-Type 3,0 V6 Sport mit 47.500 Euro in der Preistabelle. |
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Der Opirus ist eine eindrucksvolle Erscheinung. Die Fondorientierung (breite hintere Zugänge, weit nach hinten gezogene Dachlinie) lässt Wichtiges erwarten. Der Page an der Hotelpforte schnellt schon heran, obwohl das Auto noch gar nicht steht – der Opirus wird verstanden, ohne dass er spricht. Er ist Obere Mittelklasse im Oberklassezuschnitt: Raum ist in jeder Richtung, in der sich müde Glieder strecken lassen, ganz selbstverständlich vorhanden. Das tiefe und ebene Gepäckabteil, welches nur im letzten Viertel etwas an Höhe einbüßt, hat mit 480 Liter Volumen etwa Klassenformat. Erfreulich: das seitliche Ablagefach, der innen liegende Zuziehgriff für saubere Hände und das vollwertige Ersatzrad für nicht Tempo- und Reichweitenbegrenzte Weiterfahrt.
Die Liebe zum Detail offenbart, dass schwäbische Autodenke auch auf Koreanisch funktioniert: Teppichauskleidung auch da, wo sie nicht erwartet wird (Ablage unter der Uhr). Das Mittelfach zwischen den Vordersitzen verfügt über eine Kartenaufnahme und einen Kühlbereich. Im großen Handschuhfach herrscht perfekte Ordnung (zwei Ablagebords für Fensterschwamm und die Navi-CDs). An den tadellos ablesbaren Instrumenten (weiße Ziffern, rote Zeiger) prallt jede Kritik ab, die Hebel und Schalter sind ergonomisch und logisch angeordnet, die Klimatisierung über fast bündige Luftschacht-Lamellen sieht nicht nur dezent aus, sondern regelt, sehr effektiv, auch so. Die Sitzpolster in erster Reihe fügen sich eher nachgiebig, was der Rückenpartie etwas Gewöhnung abverlangt. Die auf der Fahrerseite achtfache, auf der Beifahrerseite vierfache Sitzverstellung erfolgt elektrisch über ein Sitzbild in der Türseitenverkleidung, die Feststellbremse erfordert die linke Fußsohle – Stuttgart/Untertürkheim (Mercedes-Benz) lässt grüßen. |
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