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Vernunftvoll Repräsentativ Test: Jaguar XJ 2.7 Diesel
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Das Schöne und das Vernünftige leben oft in Trennung. Weil das Schöne selten tatsächlich vernünftig und das Vernünftige selten wirklich schön ist. Ein seltener Moment, wenn beides zusammenkommt – Test: Jaguar XJ 2.7 Diesel.
Die Ruhe hat Methode. Der flüsternde Jaguar V8 steht für überragende Laufkultur (Test: Jaguar XJ 3.5), die 2002 neu aufgelegte und in diesem Jahr leicht modifizierte XJ-Limousine für ein weltweit institutionalisiertes britisches Kulturgut in siebter Generation (Präsentation: September 1968). Bis heute angeboten mit allem, was motorisch reizvoll lockt: V6-Benziner, V8-Sauger bis hin zum legendären, aber trinksüchtigen 5,3 Liter-V12, jedoch nie mit einem Dieselmotor. Wobei nun kein stärkerer und voluminöserer Motor (etwa der neue 3,6 Liter-TDV8-Biturbo des Range Rover), sondern der 2,7 Liter-V6-Twin-Turbo-Diesel des S-Type nun auch im größeren XJ zum Zuge kommt – was unweigerlich zwei Fragen aufwirft.
Die gewöhnlich erste ist rasch geklärt: Die Laufkultur des gleich mit zwei Turboladern bedämpften Aggregats überzeugte schon zuvor (Test: Jaguar S-Type 2.7 d). Die zweite Frage, die danach fragt, ob 2.720 cm3 auch in der prestigeträchtigen und für gewöhnlich schweren Oberklasse genügen, erklärt sich durch aufmerksames Studium des Fahrzeugscheins: Der 5,09 Meter lange XJ unterbietet mit seiner Alukarosserie nicht nur die direkte Konkurrenz im Gewicht (1.727 kg) sondern mit 8 Kilo Mindergewicht sogar auch den fast 20 Zentimeter kürzeren S-Type. |
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222 km/h ist die Höchstgeschwindigkeit, in 8,2 Sekunden beschleunigt der XJ 2.7 d auf 100 km/h. Ein Einstiegsmodell mit Basismotor etwa? Richtig getippt, was die XJ-Modellhierarchie angeht, trotzdem voll daneben, was das Fahrgefühl betrifft. Denn das Vorurteil unterliegt so eindeutig, wie die Selbstzünder-Vernunft obsiegt. Der jetzt ohne Zuzahlung vom Russpartikelfilter gereinigte 24Ventiler-Diesel legt schon im Drehzahluntergeschoss füllige 435 Nm auf die Hinterachse. Die Gasannahme – ansonsten nicht die Paradedisziplin großvolumiger Turbodiesel – geschieht spontan: Kraft und Durchzug auf Abruf und nicht auf Warteschleife. Die durch zwei Lader assistierten 207 PS haben damit große Präsenz. Was dazu führt, dass man den verdieselten XJ äußerst gelassen fortbewegt: Halbgas, Gleiten, Entspannen – ein ähnliches Vergnügen wie im XJ 3.5 oder 4.2 V8.
Auch optisch spielt der Einstiegs-Diesel auf Augenhöhe. Walnusswurzelholz und Leder gehören schon im Basismodell 2.7 d Classic (Grundpreis: 60.100 €) zur Serienausstattung. Von den Modifikationen, die dem XJ 2006 neben der neuen Bremsanlage von Conti-Teves zuteil wurden, profitiert Jaguars Oberklasseangebot hör- und messbar: Das Geräuschniveau wurde um etwa 5 Dezibel gesenkt. Dank laminierter Front- und Seitenscheiben, neuer Isolierung am Motorraum und aktiver Motorlager, die mit ihrer Steuerelektronik 90 Prozent der Leerlaufvibrationen schlucken sollen. |
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