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Postmoderne Postkutsche

Der Isuzu GBX

Ein tolles Design, das macht es heute nicht mehr allein. Deswegen bemüht man darüber hinaus nicht selten die Historie - da gab es mal was, und dafür steht das neue Fahrzeugkleid dann.

In diesem Sinne ist das Konzeptfahrzeug GBX (für "Gearbox"), welches auf der Tokyo Motor Show im Oktober 2001 präsentiert wurde, nach Isuzu-Worten eine Postkutsche. Postmodern zwar, aber mit kutschenhaften Schwellern und einer elektrisch ausfahrbaren Stiege im Heck. Dazu eine siedlerhafte Werkzeugkiste ganz im Geiste des nordamerikanischen Klischees von Freiheit und Gerechtigkeit - nichts von wegen toter Indianer, toter Büffel oder so ...

Was soll´s? Manchmal sind Japaner die besseren Amerikaner: Der GBX taugt im Gegensatz zum wuchtigen Hummer H1 (dem überbreiten Jeep des US-Militärs) nicht nur für derbes Gelände, sondern auch für den zivilen Verkehrsweg - von wegen "big is better".

Der Isuzu ist zwar auch amerikanisch-fett (1,87 breit, 1,90 m hoch), ohne jedoch wie der über zwei Meter breite H1 gleich die gesamte Flora jedes Grünstreifens in Grund und Boden zu walzen.

Über gleich sechs Einlässe an der mächtigen Front zieht sich der kräftige Motor des GBX die Luft in die Ansaugkanäle. Sein Motor produziert Drehmomentgebirge fast wie ein amerikanischer V8. Allerdings ohne sich die Säfte einzuschütten, wie ein Bighorn mit Brand. Unter der Haube sitzt ein 180 PS leistender 3,0 Liter-V6-Diesel, der den GBX in Japan, wo Dieselmotoren kein großes Renommee genießen, zum echten "working guy" macht.

Überhaupt ist der Isuzu viel mehr Prolet als der ähnlich geschneiderte Crossbow von Nissan (siehe Vorstellung). Sein Auftritt ist viel weniger feudal und sein Interieur bis auf die schicken Einzelsitze und die Navigationsanlage viel karger als der Crossbow-Innenraum. Ein durchsichtiger Drehzahlmesser und ein ebensolcher Tacho, das war es dann schon mit Innovation und Luxus am Bau.

 

Bodenständiger und sehr funktional sind die abnehmbare Taschenlampe (oben am Innenspiegel), zwei wie Koffer einklappbare Zusatzsitze im Gepäckraum und der staufreudige (weil völlig ebene) Wagenboden. Genau in diesem Sinne ist der GBX dann doch, was Isuzu dem Offroader im Pressedossier zuspricht: Kein exklusiver Geländewagen wie der Nissan Crossbow, kein Macho-Spielzeug wie der Hummer, sondern ein treues Werkzeug seines Menschen. Eine Postkutsche der Postmoderne.

 

Weitere Informationen unter:

www.isuzu.de

 

 

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