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That´s it? Test: Das japanische Minicar Honda That´s
Die modische Kastenform ist in Japan in. Ganz kleine, praktische Autos auch - ein Test eines landestypischen „Minicars“ auf Nippons engen Verkehrswegen. Wenn man so will, ein Panda oder R4 der Moderne. Praktisch, eckig, gut. An den Fahrzeugecken jeweils ein Rad. Dazwischen viel Raum. Viel mehr Volumen lässt sich auf fünf Quadratmetern Automobil nicht unterbringen, denn die staatlichen Regeln für die Aufnahme in die populäre Kaste der „Minicars“ (Siehe Artikel: Japanische Minicars) sind streng: 3,395 Länge und 1,475 Meter Breite. Auch deshalb flüchtet sich der That´s, neben dem japanischen Bestseller Life das zweite Minicar im Honda-Programm, in die Höhe.
Das sieht zu Anfangs lustig aus: Hochbau, Bauklotzdesign, gulliverhafte Türen und däumlingshafte Räder prägen die Optik. Dazu eine kantige Glitzer-Front, als ob sich hier ein Bauhaus-Wohnzimmerschrank, eine amerikanische Jukebox und ein Art-Deco-Leuchter im Trio gepaart hätten. Dann hat die Automobil-Anmutung aus der Spielzeugkiste aber doch handfeste Vorteile in der Praxis. Weil es viel und tief sitzendes Glas gibt, ist die Rundumsicht fast perfekt. Weil die A-Säulen weit nach außen streben, genießt die erste Reihe Panorama-Ausblicke nach vorne, und weil die verschwenderische Kopffreiheit des That´s auch der japanischen Evolution immer bauhöherer Menschen noch um etliche Jahre und Zentimeter voraus ist, sitzt man im luftigen Raum ohne sich das Haupt zu stoßen. Der Kontakt mit der preisbewussten Dachverkleidung im Baustil dünnwandiger Dachpappe bleibt, da 2,10 Meter große japanische Hausfrauen selbst in ihrem Mutterland in der Minderheit sind, erspart. Akustisch fällt der Blechdeckel, auf dem mangels Verkleidungsdicke jeder Regentropfen einschlägt wie auf dem Zeltdach, beinahe mehr ins Gewicht als der winzige Dreizylinder vorne unter Haube. Im Niederlastbereich intonieren die drei Kolben wirklich kultiviert. Dass drei Zylinder oft ohrender tönen und vibrationsfreier walten als deren vier, ist kein Novum. Dass Hondas Viagra auch beim hubraum- und leistungsarmen That´s (656 Kubik, 52 PS) Drehzahl heißen muss, ist schon vor dem ersten Schlüsseldreh klar.
So dreht das Motorchen selten unter 3.000 Umdrehungen. Bei japanischem Autobahn-Höchsttempo (100 km/h) sind es fleißige 5.000, beim sündigen Tempoverstoß mit 140 km/h schon finale 7.500/min. Dann wird der Ton nicht nur scharf, sondern weist den kleinen Honda seinem idealen Revier zu: Die Berge sind es nicht, wo der kleinvolumige Antrieb vor jeder steilen Spitzkehre abgrundtief in den Drehzahl- und Kraftkeller hinabsackt, und wo die ansonsten unauffällige 3-Gang-Automatik überhaupt nicht mehr zu wissen scheint, was nun Sache ist. Zwar lassen sich trotz der 1,62 Meter-Statur auch rasche Kurvenfolgen ohne tiefe Gefühle in der Magengrube durchflitzen, aber der Aufschrei der Mini-12-Zöller (Serie: 145/80R12; Testwagen. 155/65R13) ist dann allgegenwärtig. Keine Frage, der lange Bodenwellen geschmeidig überrollende und kurze Unebenheiten etwas trockener anstimmende Honda gehört in die Stadt.
Dort ist der Kleine groß unterwegs. Die Lenkung ist mit dreieinhalb Drehungen von Anschlag zu Anschlag zwar nicht sonderlich direkt, dafür ist die Bremse (Scheiben hinten, Trommeln vorne) fest im Tritt. Viel muss auch nicht eingebremst werden. Der That´s wiegt gerade mal 820 Kilogramm. Die doch vorhandene Verspieltheit der Karosserie setzt sich im Innenraum zumindest nicht ganz fort – wie übrigens bei den meisten Automobilen, die äußerlich den Zeitgeist huldigen. Unattraktiv sieht das viele Plastik nicht aus, aber richtig Punkte sammelt der That´s erst bei der Variabilität: Der 3,40 Meter kurze Honda hat zwischen Möbelwagen und Liegewiese so ziemlich fast alles drauf. Das bisschen Mittelkonsole führt zudem dazu, dass der Weg vom Fahrer- zum Beifahrersitz und von der ersten Reihe in den Fond ohne allzu große Verrenkungen beschritten wird. Praktisch ist der Kleiderhaken an der Rückseite der Vordersitze.
Hinten herrscht mehr Kopf- als Beinfreiheit, was wegen der kurzen Bauform zu erwarten war. Dass das Gebein dabei nicht mehr leidet als in einem 13 cm mehr messenden VW Lupo (4,53 m), spricht körperlich erlebbar für Hondas weitaus praktischere Spielart eines kompakten Viersitzers.
Die Bedienung erfordert kein Abitur. Nur ein Wissen um die Automobilhistorie würde helfen: Schlüssel ins Schloss, aber wo wird geschaltet? Ein archaischer Lenkstockhebel ist die Lösung – aber eben nicht sofort. Weitere Ausstattung ist in Japan Normalität: Der Knopf für das elektrische Einklappen der Außenspiegel, das Glas-Hämmerchen im Fahrerfußraum für den Notfall und die Klimaanlage für schwüle Sommer im 40 Grad-Modus. Der Honda That´s erfüllt dazu alle Verbrauchsforderungen bis 2010, wird in Japan als „Low Emission Vehicle“ eingestuft und lässt sich zu über 90 Prozent recyceln. Trotzdem ist er aufgrund des hohen Drehzahlniveaus kein Umweltmobil reinsten Wassers (Testschnitt: 6,7l/100km).
Ob dies der Grund dafür ist, dass er die modische Kastenform - aufs Minicar-Format geschrumpft - zwar mit Toyota BB und Nissan Cube teilt, aber deren großen Erfolg nicht? Eine mögliche Antwort: Im automobilistisch oft noch konservativen Japan fährt derjenige, der ein großes Auto liebt, immer noch eine Limousine – wenn möglich mit Stufenheck, bevorzugt in der Außenfarbe Weiß. Echte große Kleine, wie der Honda That´s einer ist, vertragen sich da nicht im vollen Umfang mit der Tradition – egal in welchem Farbton sie auch lackiert sind: That´s it. (er/ta, 12/03)
Weitere Informationen: Mini-Markt:Japanische Minicars
oder unter
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Technische Daten |
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Motorbauart/ Zylinderzahl |
3/ Reihe, Frontmotor quer |
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Hubraum cm3 |
656 |
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Leistung PS bei 1/min |
52 bei 7200 |
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Maximales Drehmoment Nm bei 1/min |
61 bei 4500 |
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Kraftübertragung |
Frontantrieb |
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Länge x Breite x Höhe mm |
3395 x 1475 x 1620 |
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Radstand mm |
2360 |
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Leergewicht/ Zulässiges Gesamtgewicht Kg |
820/ 1040 |
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Kofferraumvolumen nach VDA L |
k.A. (ca. 240 - 1000) |
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Tankinhalt L |
31 |
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Beschleunigung 0 - 100 km/h (Werksangabe) s |
k.A. |
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Höchstgeschwindigkeit (Werksangabe) km/h |
k.A. |
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Testverbrauch L/100 km |
6,7 |
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Grundpreis Euro |
1.034.000 Yen (ca. 7950 €; Stand: 12/03) |
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Internetadresse Hersteller |
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