|
test |
|
||||
|
|
|||||
|
|
|||||
|
|
Kompakt aus Tradition
Test: Daihatsu Cuore |
|
|
||
|
Kompakt aus Tradition. Die sechste Auflage in 25 Jahren. 58 PS, drei Zylinder, 989 Kubikzentimeter, 720 kg. Mit einem Preis von 7.666 Euro wieder voll im Trend in einem Land, in dem bei „Hartz IV“ nicht mehr unbedingt an Urlaub in einer deutschen Kulturlandschaft gedacht wird – der Daihatsu Cuore im Test.
„Hello … Happy“, tackert die Elektronik die Lettern im besten Japanese-English zwischen Tacho und Drehzahlmesser. Fröhlich, fröhlich. Japaner lachen mehr. Der auch. Ein digitales Lachen. Schon wieder eine zum Cockpit mutierte Playstation made in Japan? Ein Smart auf Drogen? Oder noch so ein Lifestylegerät? Nein: kurz, kompakt und so zweckmäßig wie alle fünf Cuore-Generationen zuvor. Auch der aktuelle Daihatsu Cuore ist, wie es schon der erste war, kompakt und preiswert (ab 7.666 Euro) und durch und durch ein typischer Japaner.
Die Bewohner Japans lieben sie, diese kurzen Autos, oder ehrlicher formuliert: Man macht sie sie mit der Einstufung als „Microcar“ und dem die 3,39 Meter-Klasse markierenden gelben Nummernschild seitens des Staates lieben (Tests japanischer Microcars: Honda That´s 2003, Honda Z Turbo 2001). Mit 3,41 Meter Fahrzeuglänge überragt der Cuore jenes in Japan Steuer und Versicherung sparende Pflichtmaß zwar um ganze zwei Zentimeter, aber die Regeln und Platzverhältnisse sind ja hierzulande ganz andere. |
|||||
|
|
|||||
|
|
|
|
|||
|
|
|||||
|
|
|||||
|
Vielleicht auch deshalb weiß ein von aufwendigen Luftfederungen, großen V8-Motoren und langen Radständen verwöhnter Deutscher zuerst mal nicht, was er hier - die Studienzeit kurzer und dünn motorisierter Kleinwagen liegt lange zurück – denken soll? Aber viel zu denken, gibt es eigentlich gar nicht, denn alles findet sich am rechten Platze – nur der Heberschalter des Fahrerfensters (versteckt unterhalb des Lenkrads) und das Radio (zu tief, zu winzige Bedientasten) eher nicht. Das edel schimmernde Sony-Radio und die Instrumente mit Chromrand stehen im zweifarbigen Cockpit auf einsamen Posten. Hier geht es ganz klassisch darum, von A nach B zu gelangen. Dem folgend ist die Ausstattung sachlich und zweckmäßig: Beleuchtung hat zwar heute fast jeder Kühlschrank, nicht aber das Handschuhfach des Daihatsu. Außentemperaturanzeige? Auch nicht. Die Zentralverriegelung ist hochgradig zentralisiert, denn sie sendet ihre Öffnungssignale nur über das Fahrerschloss. Echter Luxus definiert sich wie in den späten 80ern und frühen 90ern: in der Scheibenwischer-Intervallschaltung, im höhenverstellbaren Steuerrad und in der zentral auf der Mittelkonsole platzierten Digitaluhr – Zeit zu haben, der eigentliche Luxus unserer Zeit.
Wenn die leichte und mit Türführern aus Kunststoff versehene Fahrertür kraftvoll ins Schloss geworfen wird, wippt das Auto in den Federn wie damals der 500er von Fiat. Dämmung? Dünne Schaumstoffbahnen am Rand der Motorhauben-Rückseite lassen den guten Willen erkennen, aber noch viel Motor hören. Für handfeste Informationen darüber, wie viele Milliliter Regen sich gerade in einer Spurrille befinden, taugen die Radkästen mit ihrer bei Nässe fast kathedralenhaften Akustik allemal – fast ein Beitrag zur Verkehrssicherheit, weil Aquaplaning im kurzen Cuore kein Spaß macht: zu laut. Also mit 80 km/h über sehr nasse Fahrbahnen, wie es der Fahrlehrer – der an die ersten Führerscheinjahre erinnernde Mini taugt für solche Déjà-vu-Erlebnisse – gelehrt hat. Den dreikolbigen Antrieb reitet fast so ein kraftvoller Dialekt wie die witzigen Japaner an seiner Geburtsstätte Osaka – der Ort der Firmenzentrale. Der Kleine ist eben nicht aufs Maul gefallen. Er verbirgt kaum, was er ist – japanische Ehrlichkeit. |
|||||
|
|
|||||
|
|
|||||
|
|
|||||
|
|
|||||
|
|
|||||
|
|
|||||