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Kräftige Hörner  

 

 

 

 

 Test: BMW Z4 2.2i  

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es ist nicht immer der stärkste Ochse, der den Wagen am besten zieht. Eine Bauernregel, die auch zutrifft, wo es mehr um Pferde geht - Test: BMW Z4 2.2i.

 

Eine viertel Schlüsseldrehung nach rechts und dann gibt es in der Tiefgarage richtig etwas auf die Ohren. Bullig, tief und eindringlich. Ein akustischer Uppercut mit dem Doppelrohr vor der schönen Motorklang veredelnden Garagenmauer. Kleinvolumiger Sechszylinder, großartiges Getöse – kleiner Mann, großes Maul. Man kennt das ja aus dem Leben: Schröders Gerd, Bugs Bunny … oder von kleinen Leuten, die mehr Erfolg mit großen Worten haben.

 

Wir erinnern uns: Auch der volumenschlankste BMW-Sechszylinder mit zwei Litern Hubraum war Mitte der Achtziger ein ziemlicher Maulheld – betont seidiger und kraftvoller Klang, aber dann voll durchhängen. Der Einstiegsmotor vom Z4-Vorgänger Z3 kleidete sich sogar nicht einmal in Samt und Seide: Vier Zylinder, 1895 cm3 Hubraum, 115 PS. Kein Grund zur Euphorie. Genug schon, aber richtig viel zum Lachen gab es auch hier nicht, außer über das, was Mutter Natur an Wind und Sonne sowieso gratis beisteuerte.

 

Man hat aus beidem, den zu durchzugsschwachen oder zu angerauten Einstiegsmotoren, wohl gelernt. Der im Z4-Programm nach dem 2.0i die Vorhut bildende Z4 2.2i hat gleich den richtigen Motor, einen kräftigen Reihensechszylinder mit 170 PS, unter der lasziv in Richtung BMW-Niere schwelgenden Haube. Inklusive all die schönen Eigenschaften der größeren Sechszylinder (2.5i, 3.0i): Elastizität, Agilität und Laufkultur.

 

 

 

So lässt man sich einen Einstiegsmotor gerne gefallen. Schon knapp über Leerlaufdrehzahl beißt der 2.2i sauber an. Ab 3.500/min hängt er sich turbinenhaft rein und nochmals tausend Touren später wird er zum echten Pfundskerl, der sich auch fröhlich trompetend auf roten Untergrund hochjubeln lässt. Das heißt dann: 6.600 Umdrehungen der Kurbelwelle, 225 km/h im fünften Gang und ein Tornado im Haupthaar. Wer nicht darauf steht, nach dem Haare richten zum Arzt zu gehen, um den Kamm im vom Wind zerrauften Haar ambulant entfernen zu lassen, kommt mit mehr Gelassenheit vollwertiger auf seine Kosten: Gas wegnehmen und Drehzahlen um die 2.000/min haben mehr Genusspotential als der permanent in der Pedaltiefebene abgestellte Gasfuß. Eben auch deswegen, weil sich die tiefen Töne dann hinten am Auspuff echt barock überschlagen. Und vor allem weil es der Windzug mit einer milderen Prise dann echt gut meint mit den Z4-Insassen.

Dachöffnen geht leichter als Schuhe binden. Vollzieht sich dies wie im Testwagen elektrisch (selbst bei an- oder ausrollendem Auto möglich), hat der Vorgang sogar die Komplexität von Badelatschen: Ein Schalter für zu, ein Schalter für auf. Keine Verdeckspriegel, keine Persenning (wie im TT), kein Umstand. Das Dach besteht aus Stoff, die beheizbare Heckscheibe aus Glas. Die entgegenkommenden Winde verkünden im Z4 mit geschlossenem Verdeck auch bei höherem Tempo akustisch verhalten – was auch im Zubehör des Testwagens begründet liegt: Die Bestellung des „Open Air Pakets“ für 2.300 Euro (gefüttertes und elektrisches Verdeck, Regensensor, Klimaanlage, Hifi inklusive CD, Hardtopvorbereitung samt ordentlich unter der Heckklappe verstautem Windschott) sei hier empfohlen.

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