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Sechs im Blick, Kinderwagen im Heck 

Test Alfa Romeo 159 Sportwagon 2.4 JTDM

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Warm fahren, eine alte Alfa-Regel, ist auch hier oberstes Gebot. 6,4 Liter Öl zirkulieren im Schmierkreislauf des 2.4 JTDM 20V (im 1.8 MPI 16V sind es nur 4,5, im 1,9 JTDM 8V 4,6 l). Flottes Schalten ist auch hier eine Primärtugend: kurzer Schaltknauf, sechs wohl definierte Schaltgassen. Ist dem Öl richtig warm, geht die viel versprechende Papierform (400 Nm bei 2.000, 200 PS bei 4.000/min) auf Praxislehrgang. Im Drehzahlkeller säuselt der Alfa-Fünfer manchmal fast unverschämt laufruhig. Fordert man ihn dagegen, honoriert er es mit einem bösen Grollen. Dabei beißt er so herzhaft zu wie die drehmomentstarken Wolfsburger-Selbstzünder (Extrembeispiel - Test: Test VW Phaeton 5.0 V10), dreht aber auch so leichtfüßig hoch wie der agile Honda-Selbstzünder (Test: Honda Accord 2.2 i-CTDi).

 

Geht man es ruhig an, flirtet die Verbrauchsanzeige mit dem Fahrer: mal knapp unter fünf Liter, mal knapp darüber. Im kurzstreckengeprägten Alltag sind es im Schnitt alle 100 Kilometer unter neun. Viel Drehzahl tut dabei kaum Not, denn der Garrett-Turbolader GT 2256V (variable Geometrie) macht flott gehörig Dampf. Ganz tief unten herrscht bei 1.500/min und 0,8 bar zwar noch Flaute – dahindieseln ohne Anspruch an Dynamik. Rotiert sich die Garrett-Luftpumpe aber darauf mit 2.000/min und rund 1,4 bar Ladedruck gehörig ins Geschehen, zwillt der 159 2.4 Diesel kraftvoll hoch bis 226 km/h – wobei nun aber nicht mehr der charaktervolle Fünfzylinder, sondern ziemlich deutlich der Gegenwind die Geräuschkulisse bestimmt.

 

Sympathische Straßenlage bei ansprechendem Komfort – Die nicht zu leichtgängige und neutral einlenkende hydraulische Servolenkung macht es leicht die richtige Linie zu finden. Die den Sportwagon ruhig und satt auf der Straße liegen lassende Kombination aus Doppelquer- und Multilenkern (im Sportwagon mit Detailmodifikationen an Federn, Doppelrohrstoßdämpfern und Längslenkerverankerungspunkt) und die sehr effektiv verzögernde Bremsanlage (Alufestsättel von Brembo an der Antriebsachse, belüftete Scheiben auch hinten) gestatten es ebenso leicht, diese Linie auch zu halten. Allein bei sehr schneller Autobahnfahrt wünscht man sich ein Hauch mehr Verbindlichkeit in der Mittelage der Lenkung.

 

 

 

 

Das Sicherheitspaket von Hause aus umfasst den hydraulischen Bremsassistenten (HBA), die Berganfahrhilfe (Hillholder) und das ESP genauso wie die sieben Airbags (inklusive Fahrerkniebag) und die mit der Limousine vergleichbare Crashvorsorge (5 Sterne im Euro-NCAP-Crashtest). In der besseren der beiden für den 2.4 JTDM 20V bestellbaren Ausstattungsvarianten, „Distinctive“ (mit Siebzehnzollrädern, Leder, Tempomat, Zweizonenklima, Interieur in Alu …), kostet der 159 Sportwagon 2.4 JTDM 20V 37.100 Euro – ein BMW 325 D Touring in der puren Basisausstattung 36.800 €.

 

Auch ein interner Vergleich zwischen dem stärksten 159 Diesel und dem kräftigsten 159 Benziner, dem 3.2 JTS V6 24V Q4, lässt das Prinzip JTD gut aussehen: exorbitant weniger Konsum (7,0 statt 11,6 l/100 km im Drittelmix), bessere Luft (184 statt 275 g Kohlendioxid/km), bei kaum weniger Spurttalent (plus 1,4 s bis 100 km/h).

Vielleicht können andere Kombis Gepäck besser. Aber auch dieser bietet Stauvariabilität: vier Seitenfächer, zwei Netztaschen, zwei Gepäcknetze mit Verankerungspunkten an Kofferraumboden und Heckklappeninnenseite. Darüber hinaus eine ordentliche Gepäckraumabdeckung, ein ausfahrbares Trennnetz, eine 12-Volt-Steckdose und gleich drei Leuchten in der Kofferabteilung. Sicher, dies alles offeriert schon ein Gepäckpragmatiker wie der Skoda Octavia Combi (Test: Skoda Octavia Combi 1.9 TDI). Aber wer Augen hat, versteht den Unterschied – ein Banause, wer da nur an Koffer denkt.

 
Text: le / Fotos: am
2007
 

kurzcheck☺☺☺☺☺☺*

 

Leistung (PS bei 1/min)

200 bei 4.000

Maximales Drehmoment (Nm bei 1/min)

400 bei 2.000

0 - 100 km/h (Werksangabe; s)

8,4

Höchstgeschwindigkeit (Werksangabe)

228

Testverbrauch (l)

8,9 Diesel

Kofferraumvolumen (l)

445 - 1.235

Mängel am Testfahrzeug

keine

Fahrdynamik

☺☺☺☺

Komforteindruck

☺☺☺☺

Emotion

☺☺☺☺☺

Alltagsnutzen

☺☺☺☺

Familientauglichkeit

☺☺☺☺☺

Sparpotential

☺☺☺☺

Preis-Leistungs-Verhältnis

☺☺☺☺

Weitere Infos, Ausstattung, Preise (...)

www.alfaromeo.de
 

*Bewertung:

☺☺☺☺☺☺=hervorragend

☺☺☺☺☺=sehr gut

☺☺☺☺=gut

☺☺☺=zufriedenstellend

☺☺=nicht so toll

=geht besser

 

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