test 

 

 

  

Offen ohne Koffer

 

 

 

 

 

 

Vergleichstest: Daihatsu Copen - Smart Roadster

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Langstreckenkomfort? Kopf schräg und protestierende Halswirbel im Fall des Testers. Japaner sind nicht oft höher als 1,90. Der Tester schon. Und das ist auch schon das Problem – oder bei Kleinergewachsenen eben nicht. Wer denkt, dass ein mobiles Aludach nur Ruhe bringt, fühlt sich vom würzigen Pegel an Gegenwind, Fahrwerks- und Motorgeräuschen überrascht. So steht auch hier fest: offen ist besser.

Der dafür verantwortliche Zentralschalter für das „Active-Top“ sitzt auf der Mittelkonsole. Was nach der Bedienungsanleitung bei der Copen-Öffnung beachtet werden sollte, klingt kompliziert: Der Schalter kann nur dann betätigt werden, wenn das Fahrzeug geparkt, die Handbremse angezogen, der Kofferraum abgedeckt und geschlossen und die Dachschlösser gelöst sind, wobei die Umgebungstemperatur – was nicht gerade nach Sonnenbrand klingt – über minus 10 Grad liegen sollte. Alles ist in der Praxis viel einfacher: zwei Verdeckspriegel, ein Verdeckschalter, den Rest erledigt die Elektrik, das Ende des Vorgangs markiert ein Piepston. Selbst der kürzeste Weg lohnt offen. Der dann fast gänzlich verschwundene Kofferraum (Volumen: nur noch 14 Liter) macht den Weg nicht gerade zum Ziel. Oder: Wohin mit dem Gepäck bei Offenfahrt auf einer Reise? Keine Frage: der Nachteil dieser Dachkonstruktion ist ihre Gepäckfeindlichkeit – bei immer noch großem Reiz des auf nur 3,40 Meter realisierten Konzepts.

 

 

 

Diesen Reiz muss man sich beim Kontrahenten erst erarbeiten: Die Sonne arbeitet für uns, oder wir für sie? Zuviel Arbeit für einen Sonnenbrand? Nein, zuviel für einen in hiesiger Region häufigen Sonnen-Regen-Wechsel-Tag. Wie flott man das Dach im Smart bei einem plötzlichen Platzregen drauf hat, möge jeder selbst probieren: Kofferraum öffnen, zwei Dachhälften aus dem Styroporformteil im hinteren Stauraum fischen und drei Hebel umlegen, vielleicht eine Minute vergeht. Geht es nach dem Wind, ist der Smart mit kräftigem Zug bei hohen Tempi trotz „Targadach“ ein waschechter Roadster. Ähnlich wie der Daihatsu Copen bei 170 offen: tierisch zugig, tierisch laut, selbstverschuldeter Haarausfall, irgendwie die Hölle – klasse.

Immerhin so stark wie eine ganze Herde Pferde sind beide: Mit 61 PS im Heck vermisst man, wenn man die Alternativen der stärkeren Roadster-Dreizylinder kennt, nur wenig. Nicht den 82 PS-Motor (Test), noch das heißere 101 PS-Eisen im Brabus Roadster (Test). Mit den paar PS an Bord geht der Roadster erstaunlich gut. Die ungerade Zylinderzahl hat akustisch bei 5.000 bis 6.000/min ihren rauen Reiz. Noch aufreizender brennt sich das sieben PS stärkere Vierzylinder-Turbomotörchen des Copen über den kecken Doppelauspuff ins Mittelohr: Satter Klang, hungriger Motor. Zuerst pfeift der Kleine nur wie ein zufrieden verdauender Wellensittich. Mit weiterem Drehzahlfüttern plustert er sich, trotz lediglich 100 Nm in der Spitze, bei rund 3.000/min kräftig auf, um dann fulminant bis 8.000/min Schub auf die Vorderachse zu geben – Japans kleinsten 8.000er fährt man so, wie man den Roadster, wäre er mit dem 61 PS-Motor etwas geschmeidiger und durchzugsstärker, gerne fahren würde: wild, verspielt, unvernünftig.

 
 

kurzcheck☺☺☺☺☺☺*

 (Smart Roadster)

Leistung (PS bei 1/min)

61 bei 5.250

Maximales Drehmoment (Nm bei 1/min)

95 bei 2.000

0 - 100 km/h (Werksangabe; s)

15,5

Höchstgeschwindigkeit (Werksangabe)

160

Testverbrauch (l)

6,5

Kofferraumvolumen (l)

145

Mängel am Testfahrzeug

keine

Fahrdynamik

☺☺☺☺

Komforteindruck

☺☺

Emotion

☺☺☺☺☺

Alltagsnutzen

☺☺

Familientauglichkeit

Sparpotential

☺☺☺☺☺

Preis-Leistungs-Verhältnis

☺☺☺☺☺

Weitere Infos, Ausstattung, Preise (...)

www.smart.com
 

*Bewertung:

☺☺☺☺☺☺=hervorragend

☺☺☺☺☺=sehr gut

☺☺☺☺=gut

☺☺☺=zufriedenstellend

☺☺=nicht so toll

=geht besser

 

zur nächsten Seite >