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Generation  997

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Test: Porsche 911 Carrera S

 

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die nicht annährend so elegante, aber prickelnde milde Handmassage beim Kaltstart würde man jedem Selbstzünder glatt übel nehmen. Der Boxermotor schüttelt sich im Rückraum gerade warm – ein Konzert. Deutlich heiser, aber schon sehr lebensfroh. Die Kupplung schnalzt den Zehballen entgegen. Der erste und zweite Gang fliegen, bei erwärmter Schaltzentrale, auf kurzem Weg durchs präzise Sechsgang-Getriebe. Das sich auftuende nutzbare Drehzahlband von 1.500 bis 7.400/min erlaubt fast freie Gangwahl. Sogar im Dritten geht der S untertourig sehr elastisch um enge Kurven, selbst Schaltstufe sechs steckt der 3,8 Liter-Sechszylinder bei Ortsgeschwindigkeit und bei etwa eineinhalbtausend Touren ohne Verschlucken locker weg. Eine saubere Abstimmungsleistung, weil das Aggregat, seinen Genen folgend, eben auch ganz anders kann. Nämlich nach dem Ortsschild: Der Motor hängt brutal am Gas. Bei 7.400/min und gut erwärmt 110 Grad Öltemperatur überrollt die virtuos komponierte Geräuschwolke die Hinterherfahrenden – also jedermann. Penetrante TDI in der Peripherie: schlicht nicht mehr spürbar. Natürliche Feinde: fast keine.

 

Die Zahlen 355, 400, 293, 4,8 stehen für das, was man immer mit Bedacht einsetzen sollte oder für die maximale Motorleistung bei 6.600, das maximale Drehmoment bei 4.600/min, die Höchstgeschwindigkeit und das enorm entwickelte Beschleunigungstalent. Mit Bedacht deswegen, weil der Überschuss an Tempo auf der Autobahn bei der Annährung an den vorausfahrenden Verkehr exorbitant überschüssig ausfallen kann – wo man wieder auf die sehr effektiv verzögernde Bremsanlage zu sprechen käme. Autobahnbaustellen fliegen bei Tempo 280 so rasch heran, dass man schon beim Anflug glaubt, das Polizeifoto nicht mehr vermeiden zu können. Sich von einem Bremsweg aus 250 km/h noch kein Bild machen könnend, bemerkt so mancher Pilot des ausgeprägt sportlichen Carrera S rasch: Die Grenzen des Autos sind noch lange nicht erreicht, die eigenen sollte man kennen – Stichwort: vollgasfest, aber auch im Kopf.

 

 

 

Das Schönste und auch nach über 40 Jahren eine Konstante: Selten paaren sich unbändige Leistungsbereitschaft und gute Alltagstauglichkeit so harmonisch in einem waschechten Sportwagen – 2+2 Sitze, tiefer Kofferraum gepaart mit betörender Gutmütigkeit. Der Einstiegspreis, mit Extras leicht nahe 100.000 Euro gerückt, lässt wenig von Vernunft und Preiswürdigkeit erahnen. Vergleicht man jedoch in diesem Segment die Kosten, bemerkt man die gute Preis-Leistungs-Relation des Carrera S. Man kann auch das Doppelte ausgeben, bekommt aber nicht allzu viel mehr. Schon gar nicht beim Wiederverkauf: Auch hier ist der Porsche 911 seit Jahren Spitze. Und die Nachteile des Vergnügens? Deutliche Abrollgeräusche, kein Ersatzrad (Reifendichtmittel mit elektrischem Kompressor) und der zu kleine Tank – wie 1964: Weil nicht soviel hinein passt, steht man an der Tanke öfter neben seinem 911 – ein durch und durch erfreulicher Anblick.   

 
Text: le / Fotos: am
April 2006   
 

kurzcheck☺☺☺☺☺☺*

 

Leistung (PS bei 1/min)

355 bei 6.600

Maximales Drehmoment (Nm bei 1/min)

400 bei 4.600

0 - 100 km/h (Werksangabe; s)

4,9

Höchstgeschwindigkeit (Werksangabe)

293

Testverbrauch (l)

14,9

Kofferraumvolumen (l)

135

Mängel am Testfahrzeug

keine

Fahrdynamik

☺☺☺☺☺☺

Komforteindruck

☺☺☺

Emotion

☺☺☺☺☺☺

Alltagsnutzen

☺☺☺☺

Familientauglichkeit

☺☺☺

Sparpotential

☺☺☺

Preis-Leistungs-Verhältnis

☺☺☺☺☺

Weitere Infos, Ausstattung, Preise (...)

www.porsche.de
 

*Bewertung:

☺☺☺☺☺☺=hervorragend

☺☺☺☺☺=sehr gut

☺☺☺☺=gut

☺☺☺=zufriedenstellend

☺☺=nicht so toll

=geht besser

 

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