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Harter 8000er  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Test: Honda Civic Type R

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Alupedalerie ist ein Spektakel. Aber nur ein erstes vor dem darauf folgenden mit 201 PS bei enormen 8.000/min – Test: Honda Civic Type R.

 

Schnelle Kurven sind easy. Die Lenkung mit kürzerer Übersetzung, die versteifte Lenkgetriebeaufhängung, das 15 mm tiefer gelegte Fahrwerk und Breitschlappen im Format 225/40 R 18 geben ein Versprechen, und schon die erste Kurve löst es ein: euphorisch, flott, sehr flott. Der Type R klinkt sich mit der präzisen Steuerung in die Kurve ein und durchfährt sie – so simpel geht das. Denn das Sportfahrwerk ist eines zum Außenüberholen. Eines, welches noch eine saubere Spur zieht, wenn der Gasfuß schon ehrfürchtig vor der Fahrphysik vom Gaspedal zuckt. Eines, das nach einem Lastwechsel auch etwas Leichtigkeit im Heck aufkommen lässt – ein durch und durch sportliches also.

 

Härte ist hier leider auch Geschäftsprinzip. Für manchen Geschmack zu unerbittlich. Gute Autobahn geht gut – leider gibt´s aber eben nicht nur gute (übrigens, auch in Japan). Wäre Komfort ein Brotlaib, dann blieben hier nur ein paar Krumen über. Sanfte und ruhige Japaner? Das Klischee vergessen Sie bitte. Das Sportfahrwerk, flankiert von einer sehr verbindlichen Bremsanlage (Scheibendurchmesser: 300 mm vorne, 260 mm hinten) und obligatorischer Sicherheitsausstattung (ESP, Front-, Seiten- und Kopfairbags sowie Doppel-Gurtstraffer an den Vordersitzen), spricht eine ganz andere, sehr direkte Sprache. Hondas Motorphilosophie auch.

 

 

 

Der 2,0 Liter-DOHC-i-VTEC-Saugmotor mit variabler Einlassnockenwelle ist Hochstapler und Spätentwickler aus Passion. Bei Tempo 130 dreht der leichtfüßige Vierzylinder schon mit 4.000 Umdrehungen. Danach bleiben aber nochmals 4.000/min bis Hochrot. Das Umschalten auf lange Ventilöffnungszeiten geschieht bei 5.400/min. Von der i-VTEC-Anzeige, direkt rechts neben dem digitalen Tachometer, bekommt der sportliche Fahrer signalisiert, wann der Nockenwechsel erfolgt. Nun schwillt dem Hochdrehzahlmotor gehörig der Kamm. Vergessen sind die 193 Nm bei 5.600/min, denn nun geht es pur um die 201 PS Maximalpower. Ein heftiger Ruck geht durch die Karosse, begleitet vom mechanisch zornigen Ansaug-Ausstoß-Spektakel und heftigem Adrenalinfluss. Die 100 km/h stehen schon in 6,6 Sekunden an, das Finale bei 235 km/h – flotter oder ähnlich flott wie die Konkurrenten (Test: Seat Leon Cupra, Test: Opel Corsa OPC).

 

Dass 8.000er-Ausflüge im Stadtverkehr nur schlechte Kinderstube enttarnen und kräftig auf den Verbrauch schlagen, ist die Kehrseite der Medaille. Bei 1.500/min nimmt der Zweiliter-Sauger zwar vorbildlich und gesittet Gas an, aber die durch eine enge Getriebeabstufung erkaufte Elastizität – mit 50 km/h geht es auch im 6. Gang durch die Stadt(!) – schürt den Verdacht: Bald wird´s laut. Und so geschieht es mit hohem Drehzahllevel dann auch.

 

Ohne viel Kriegsrat demonstriert der R im Interieur mit dick gepolsterten und sehr bequemen Schalensitzen (schwarzer Alcantara-Bezug, rote Steppnähte) schon im Stand eindrucksvoll Seitenhalt – auch wenn die Sitzposition etwas hoch erscheint. Rot sind auch die Anzeigen in der Instrumententafel illuminiert. Die Pedale und Schweller mit bei Dunkelheit beleuchtetem „Type R“ machen in Alu. Der puristische Schaltknauf aus gleichem Material (der nur im Hochsommer etwas heiß wird) liegt nicht nur gut in den Handballen, sondern krönt mal eben eines der besten Getriebe in der Fahrzeugkategorie.

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