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Kriege die Parklücke

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Test: Fiat Panda 1.3 Multijet 16V

 

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der ansonsten sehr gut erzogene Vierzylinder-Turbodiesel mit Common Rail-Einspritzung (Euro 4) bringt ganz lässig mehr Power über die Vorderräder auf die Straße als mein linker krummer Zeigefinger damals verkrampft auf die G-, E- und Was-weiß-ich-Saiten: Hier das schauerlich in Töne gesetzte Prinzip Barré, dort das ohrenfreundlichere Prinzip Multijet. Einzige Gemeinsamkeit: Hohe Töne kann auch der 1.3 Multijet nicht. Bei 4.000/min machen die Kolben vorne nicht mehr viel her, bei rot unterlegten 5.100 ist auf dem Drehzahlmesser ganz Schluss. Viele Motoren der Generation TDI ziehen wie die Bullen, Fiats kleiner 16V wie ein Ochse mit ein wenig kürzeren Hörnern – mit 1,3 Liter Hubraum wird ein Panda auch mit der tollen Idee Rudolf Diesels an Bord nicht zum Dampfhammer, aber rein vom Gefühl und vom Drehmoment (145 Nm), vergessen sind die dünnen 34 PS des Panda 34, zum kräftigsten Panda aller Zeiten.

 

Witzig zitiert der Kleine den Multipla im Innenraum, ohne dessen fast anarchische Schalter- und Düsenverteilung zu teilen. Die Bedienung geht auch hier manchmal andere, aber genauso akzeptable Wege. Der gut geführte Schalthebel liegt in erhobener Position gut in der Hand, die Türschlösser öffnen von links nach rechts und beim ersten Reset des Tageskilometerzählers hilft das Bedienhandbuch – was soll´s? Schon weniger im Soll: Die Außenspiegel sind etwas klein geraten, die Oberseite des hell gehaltenen Armaturenträgers spiegelt sich in der Windschutzscheibe, die weit aufragende Schlossaufnahme im Kofferraum lauert auf die Perforation von Jackenärmeln und die unkonventionelle Konsolenlandschaft macht es nicht leicht, etwas gerade abzustellen. Abgesehen davon ist der Panda in der modernen Autolandschaft erfreulich unmodern: Ablagen gibt es reichlich.

 

 

 

Die Lenkradhöhenverstellung reicht völlig aus, um seine Position auf den recht weich gepolsterten Sitzen zu optimieren. Die Sitzhöhenverstellung ist allerdings nur die Hälfte wert, wenn sich die Sitzfläche nur nach hinten absenken lässt. Der Fahrer sitzt in Rechtskurven, der Beifahrer in Linkskurven erhöht, da der Fiat Panda fahrwerksseitig auf etwas weichen Beinen daherkommt (Einzelradaufhängungen vorne, Verbundlenkerachse hinten). Im Haftgrenzbereich schiebt er zuerst ausgesprochen friedlich über die Vorderräder. Wird dazu mit dem Gas- oder Bremspedal ein Lastwechsel provoziert, geschieht das Nasenrecken gen Fahrbahngrenze etwas flotter – alles eher harmlos und wegen des ansprechenden Komforts akzeptabel. Die elektrische Servolenkung „Dualdrive“ erweist sich bei der Autobahnfahrt als ein wenig korrekturbedürftig, in der Stadt wird der Italiener jedoch im „Citymodus“ (mit einem Knopfdruck zu aktivieren) mit seinem Wendekreis von nur 9,5 Metern zum echten Parklückenkiller. Die stark servolastige Lenkung tut (wie im Normalmodus auch) zwar etwas synthetisch Dienst, aber trotzdem präzise und zielgenau. Das Fünfgang-Schaltgetriebe beißt ebenso al dente (optimale Schaltposition, lässige Schaltwege) und auch die Bremsanlage (Scheibenbremsen vorne, Trommelbremsen hinten) hat mit einer Tonne an den Backen reichlich wenig zu schaffen.

Was bleibt zu berichten? Panda, die Zweite: Nach alten Maßstäben eine neue Zeitrechnung. Kompakt, flink, pfiffig. Vorsichtig am 35 Liter-Tank nippend (Testverbrauch: 5,5 l, Reichweite: ca. 650 km). Nicht nur den Bär im Namen, sondern für die Motorgröße auch ein bäriges Drehmoment. Nicht nur ein Dach überm Kopf, sondern alles ganz wohnlich, nicht nur Sitzgelegenheiten, sondern gemütlich … Das nötige Zubehör heißt heute nicht mehr allein Fahrer, sondern man bestellt es einfach schon vorab dazu – sogar auf Wunsch eine Klimaautomatik: Sparta ist Geschichte. Die Evolution ist einen Schritt weiter. Die Kiste ist domestiziert.

 
Text: le / Fotos: am
2005
 

kurzcheck☺☺☺☺☺☺*

 

Leistung (PS bei 1/min)

70 bei 4.000

Maximales Drehmoment (Nm bei 1/min)

145 bei 1.500

0 - 100 km/h (Werksangabe; s)

13,0

Höchstgeschwindigkeit (Werksangabe)

160

Testverbrauch (l)

5,5 Diesel

Kofferraumvolumen (l)

206 - 775

Mängel am Testfahrzeug

keine

Fahrdynamik

☺☺☺

Komforteindruck

☺☺☺☺

Emotion

☺☺☺

Alltagsnutzen

☺☺☺☺☺

Familientauglichkeit

☺☺☺☺

Sparpotential

☺☺☺☺☺

Preis-Leistungs-Verhältnis

☺☺☺☺☺

Weitere Infos, Ausstattung, Preise (...)

www.fiat.de
 

*Bewertung:

☺☺☺☺☺☺=hervorragend

☺☺☺☺☺=sehr gut

☺☺☺☺=gut

☺☺☺=zufriedenstellend

☺☺=nicht so toll

=geht besser

 

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Weitere Informationen:

Fiat Idea

Fiat Multipla

Fiat Barchetta

Fiat Spider 2000 i.e