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rad zuviel? rad zu wenig?
test: brp cam-am spyder roadster |
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Konzernmutter: Bombardier, Konzerntochter: Bombardier Recreational Products, Marke: Can-Am, Produktgruppe: Roadster, Modell: Spyder. Zwei Räder vorne, ein Rad hinten. Am Lenker 106 PS. In 4,5 s von Null auf 100 km/h mit Autoführerschein – Fahrbericht: BRP Can-Am Spyder Roadster.
Ich bin mit vier Rädern auf die Welt gekommen. Immer, wenn eins oder zwei fehlten, ging etwas gründlich schief. Mit dem Dreirad-Pedal-Trecker überschlug ich mich mit Blutverlust. Als andere schon fast schreiben konnten, lernte ich Fahrrad und Auf-die-Fresse-fliegen in jeder nur denkbaren Variation. Was mich bremste, machte mich zwar hart für´s Leben, holte mich aber ziemlich regelmäßig vom Bock: der Turnbeutel in den Fahrradspeichen (Lenkersalto vorwärts) oder die Notbremsung mit dem ersten Rennrad auf einer Motorhaube (Krankenhaus). Der erste Kontakt mit einem Mofa war metallisch, rund, hohl – der Mülleimer auf dem Schulhof. Der stand nicht etwa voll mit Eimern. Es gab nur einen – meinen. Die Magie des Moments: Crashs, Schürfwunden, Narben.
Mehr Auto oder mehr Motorrad? Die Faktenlage ist so verzwittert wie das Konzept: Das Ding ist breit, wie ein Smart schmal, optisch eher ein Bike, aber der Autoführerschein genügt. Fußkupplung wie beim Krad, aber dynamische Servolenkung, ABS, ESP und Fußbremse wie im PKW. Ein Hebel für den Rückwärtsgang, Starterknopf und Gasgriff – viel zu lernen für einen Autofahrer, der links oben den Blinker, aber eben nicht die Kupplung erwartet – Lektion: Acht Testrunden Pylonenplattfahren auf abgesperrtem Terrain ... Selbsturteil: Fahrschule erste Stunde, nein, ich setze mich nicht auf einen Motor. Nachsitzen, Hintensitzen: Hallo, ich bin der Sozius. |
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Fahrdynamische Zweifel auf dem Y-Dreirad? Ich bin nun nicht mehr der Fahrer, sondern ein 90 kg schweres und 1,95 m hohes Gepäckstück, welches die Statik gehörig durcheinander bringen könnte. Doch, soviel vorneweg: Nur einmal hebt das kurveninnere Rad ab. ESP sichert.
Der Belag teilt mehr aus als im Auto (sie haben mir gesagt, viele Motorräder wären härter), aber die Sitzbank ist breit und weich, der hintere Pneu fett gummiert, und als Sicherheit gibt es rechts und links, ohne die Pavianklammerei am Vordermann, eine Art Turnstange fürs Obenbleiben. Unsicherheit stellt sich, trotz der Frontlastigkeit des Konzepts, in keinem Moment ein auf der rund 300 km langen Testfahrt in den Schweizer Alpen – hätten sie mich hinten an der Sissybar festgebunden, ich wäre eingeschlafen, so famos war mein französischer BRP-Werksfahrer. Nur einmal säuft ihm der Spyder vor der Ampel ab. Warum? Eine Junge im Sommerkleid – l´amour toujours. |
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