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75.000 Euro investiert, 75.000 gespart

Test BMW M3 Cabrio

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

M3-Fahrer, die sich über mangelnden Sound beklagen – ja, die gibt es –, haben vor allem eines falsch gemacht: Sie sitzen im falschen Auto. Im Coupé (67.950 €) oder der Limousine (66.000 €). Hier schnuppert und bräunt man sich nicht nur nicht durch blühende Landschaften, sondern das Festdach dämmt auch weg, was sich erst im geöffnetem Cabrio so richtig fett und wallend breit macht: den sonoren V8-Sound. Und das Handicap Übergewicht? Die Verspätung von 0,5 s bis 100 km/h relativiert sich, wenn man sich mit dem Coupé (4,6 s) bei Vmax 250 (mit M Driver´s Package: 280 km/h) auf der Autobahn irgendwann doch wieder sieht – spätestens beim nächsten Tankstopp, wenn der Tank, so rasant geleert, nur für weniger als 300 km reicht.

 

Frech rotzt der M die Bässe. Mit Schnauben und Schlagen im Auspufftrakt. Schon das 335i Cabrio klingt sehr, sehr nett (Test: BMW 335i Cabrio). Das ist netter. Der M geht noch teuflischer auf den ersten Metern. So ist der Mitverkehr Statist: Er tummelt sich hinter dem Auto. Der Überholprestige sitzt nicht nur vorne (Frontschürze, Bi-Xenonlicht, Powerdome). Die Verve, den bullig mit zwei mal zwei Rohren und 265/35 ZR19 selbstsicher endenden M3 von hinten zu bedrängen, haben spürbar wenige.

 

 

 

Aus Vortrieb wird schnell Trieb, wenn alle Sporteinstellungen (inklusive der Launch Control) greifen, und die LED-Shiftlights (optische Schalthelfer), hektisch und anspornend am oberen Rand des Drehzahlmessers in Gelb und Rot orgeln. Die M-Taste des handlichen, weil kompakten und ledernen M Sportlenkrads drückt man – konzeptüberzeugt – bald so beiläufig wie den Start-Stop-Knopf. Bei der DSC-Taste sollte man sich das auf der Straße verkneifen. Das mehr Querbeschleunigung zulassende „Sport Plus“ gibt nur einen ersten Vorgeschmack: Das Heck geht bei Vollgas und Nässe bei 70 km/h ganz plötzlich quer. Und wird vom Sport-DSC in Millisekunden blitzartig wieder zurückgeholt. Das gleiche ohne DSC? Und man wäre am Heck um einen halben Meter kürzer, und die komplexe Dachmechanik hätte in der Leitplanke auch etwas gelitten.

 

Das in 20 Sekunden Sonne machende Öffnungsprozedere ist das gleiche wie in einem gemeinen 320d Cabrio (41.300 €). Die Platz-, Bedien- und Kofferverhältnisse sind es auch. Gute Dinge wie die Klimaautomatik mit Cabrioprogramm, die im Winter schneller Wärme bereitstellende Restwärmetaste oder der BMW-„Tipp“-Blinker sind auch hier mit an Bord, mit den Jahren erst gut gewordene wie iDrive ebenso. Der klassische Dreisatz viersitziger Cabrios bei geöffnetem Dach gilt auch hier: vorne bei voller Fensterwand entspannt, seitlich fensterfrei intensiv, hinten eine Windtortour.

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