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Sommer im Winter
Fahrbericht BMW 650i Cabrio |
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Zuerst das 6er Cabrio, und dann das Coupé? Ungewöhnlich. Im Januar offen fahren? Genauso ungewöhnlich. Erste Ausfahrt in einem der ersten Sommerboten des Jahres 2011: Fahrbericht BMW 650i Cabrio.
Es war tiefer Winter als die Bayerischen Motorenwerker im Frühjahr 2004 das neue 645i Cabrio (E64) präsentierten. Ein kalter Winter. Rein wettertechnisch und auch im übertragenen Sinn: Die Heckansicht des Sechsers mit Stoffdach ließ manchen Tester ziemlich kalt – zu unförmig.
Fortschritt: Schokoladenseite Heck. Am besten, man fängt den neuen 6er, der auch in Zukunft mit Kontrahenten wie dem XK (Test Jaguar XK Cabrio) oder 911 Cabrio (Test Porsche 911 Cabrio Turbo) konkurriert, ganz von hinten an. Das frühere Nadelöhr des Sechser Cabrios – das zu hohe Heckteil – vollzieht nun einen würdigen Abgang: leichtfüßig, flach, sportiv. Statt der drei Lichtbänke des 7er finden sich hier je zwei. Am Heck kommt auch die Leistung auf die Straße – an der Karosserie visualisiert durch die markante Sicke, die an der Fahrzeugflanke, vom Blinker zum hinteren Radhaus, aufsteigt, und so den Heckantrieb noch betont.
Das Wort „Antrieb“ erscheint hier aber als pure Untertreibung. In einem 650i Cabrio mit V8-TwinTurbo, 4,4 Liter Hubraum, einem Tafelberg von 600 Nm zwischen 1.750 und 4.500 U/min und dem meisten an Bord, was Vortrieb sexy macht. Beispiel gefällig: die Stellung „Sport“ der serienmäßigen Fahrdynamik-Control. Nun liegt der Münchner vor der nächsten Spitzkehre nicht nur motivierend und straff (allerdings immer noch ausreichend kommod), sondern er erlaubt sich auch ein unerhörtes Klang-Intermezzo: ein tiefes, breitbandiges „Plobben“, eine emotionale Schalldruckwelle schon bei 2.000 U/min – die wunderbar den 6er-Bass reflektierenden Felsen einer herrlichen Küstenstraße als stille Zeugen.
Was der Motor, der das 6er Cabrio in nur 5,0 Sekunden auf 100 km/h drückt, nicht kann? Vielleicht richtig wenig verbrauchen. Was sie einem bei BMW auch immer über „Efficient Dynamics“ erzählen werden, es stimmt ja. Aber genauso die „15,5 Liter/100 km“, die nach der Verbrauchsanzeige gerade 407 Pferdchen füttern. Ganz flott ist man dabei noch gar nicht mal unterwegs. Aber man macht sich auch nix vor: Das hohe Maß an Laufkultur, unauffällig begleitet von der serienmäßigen Achtgang-Sport-Automatik, und die gefühlt permanent abrufbare Kraft haben ihren Preis. Die 100 Euro-Tankfüllung (Tank: 70 l) fällt da objektiv nicht ins Gewicht – angesichts der 94.000 Euro, die das Frischluftvergnügen schon so gekostet hat (640i Cabrio: 83.000 €). |
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Betonung auf „Vergnügen“ und „Frischluft“. Das 6er Coupé kommt, bevor das viertürige Gran Coupé 2012 nachrückt, erst im Herbst auf den Markt. Also erstmal den Verdeckschalter drücken. Das 2+2-Abteil überspannt ein klassisches Textilverdeck mit charaktervoll über das Kofferabteil fließenden Finnen. Die smarte Kapuze öffnet sich in 19 Sekunden und in Fahrt bis 40 km/h (Gegenrichtung: 24 s). Die Akustikeigenschaften und die Wärmedämmung der mehrlagigen Verdeckhülle und die Steifigkeit des Gestänges wurden verbessert. Das hinter den Fondkopfstützen installierte pyrotechnisch auslösende Überrollschutzsystem sichert ab.
Praktisch erscheint der Fensterheberschalter, der mit einem Druck alle fünf Fenster öffnet und schließt, sowie das Heckfenster (aus Glas), das sich auch bei geschlossenem Dach von vorne elektrisch herunterfahren lässt. Als vergleichsweise unelegant gelöst, empfindet man angesichts der auf 4,90 Meter gestreckten, nur 1,37 Meter tiefen Karosse das Windschott. Die flach stehende Windschutzscheibe samt geschlossener Seitenfenster erlaubt, auch ohne Zeltaufbau über dem Fond, eine sanfte Brise – so der erste, subjektive Eindruck. |
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