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Emozione 289

 

 

 

 

Test: Alfa Romeo 2.4 JTDM QTronic

Alfa Romeo, Dieselmotor, QTronic: Dreiklang oder Missklang? Der überarbeitete Alfa Romeo Brera 2.4 JTDM mit erstarktem Fünfzylinder-Diesel im Test.

„289“ – mehr geht nicht, vielleicht Schwarz, aber Tradition und Erinnerungen schwingen immer mit. Von Passanten für guten Geschmack gelobt, von Jungs beneidet und von Weibchen angeschmunzelt zu werden – es liegt weniger am ökologischen Dieselmotor als an ein paar Litern Lack: „289, Alfa-Rot“.

Und an der betörenden Karosse – 3 x 2 Überholaufforderungen frontal (Bi-Xenon-Scheinwerfer Serie), das Heck ein italienisch-puristischer Lustabgang. Die Alltagskleidung ausgetauscht gegen das Abendkleid, ging der Alfa Romeo Brera aber in Großserie in der Folge des Guigiaro Concept Cars etwas ein. Als produziert wurde, erwies sich der gestutzte Schönling dann als ungewöhnlich schwergewichtig. Deshalb kam das Facelift zum Sommer 2008 flotter als geplant.

 

Mit potentem Selbstzünder – 210 PS statt 200 (Test Alfa Romeo 159 Sportwagon 2.4 JTDM). Der Kaltstart – in einem Motorraum, den man sich in den feuchtesten Träumen nicht hübscher vorstellen kann – geht ausgesprochen undezent vonstatten. Sind die 6,4 Liter Motoröl jedoch erstmal warm, wird auch dem mit Röhren und Röcheln sozialisierten Alfisto wärmer ums Herz. Faszinierend wie der Selbstzünder ohne erhebliche Zugkraftunterbrechung und im Drehmoment schwelgend in einem Guss zieht. Bei Vollgas aus niedrigen Drehzahlen schmaucht der Brera aus dem Antriebsstrang. Zumeist erübrigt sich Zurückschalten beim Surfen auf der 400 Nm-Drehmomentwelle. Die Charakteristik ist ansonsten die eines typischen Diesels: Unten und in der Mitte geballt, oben herum zugeschnürt. Bei 4.000/min macht der V20 zu, bei 5.000 fährt er sich im Begrenzer fest. Was „Sport“ daran ändert?

Push the button – ein Knopfdruck auf die Sporttaste der 6-Gang-QTronic und der Puls hebt sich um ein halbes Tausend Umdrehungen. Der Reihen-Fünfzylinder tritt massiver an, verharrt jedoch länger – als manchmal lieb – im hohen Drehzahlbereich. Die Tatsache, dass „Sport“ bei jedem Neustart reaktiviert werden muss, offenbart die Intention: Kann man machen, muss man nicht. Das sportliche Vorangehen erfordert zudem eine Anpassung an die andere Sportmotorik des Selbstzünders: Früher auf´s Gas, immer schon einige Hundertstel vor dem Kurvenscheitel, da der Lader die Brennkammern erst richtig voll geschaufelt haben muss.

Kernfreuden: lenken, zackig, präzise. Der Brera ist ein agiler Fronttriebler, wenn man ihn fordert. Der straffe, nicht unbedingt virtuose Querfugenparierer geht schmiegsam über die Kuppen und sehr konsequent und überzeugend durch die Kurven. Die Bremsanlage, für 320 € mit Vier-Kolben-Monoblock-Festsattel vorne ausgestattet und in Rot lackiert, agiert extrem auf dem Sprung. Das Drehmomentpfund bringt den stämmigen Alfa bei Vollgas und Nässe damit (18 Zoll-Leichtmetallräder Supersport II mit Bereifung 235/45) ganz natürlich aus dem Tritt, jedoch nicht aus der Spur – sachtes Zerren, friedvoller Schlupf, aber kein Heck, das zum Überholen ansetzt wie früher.

 

Der Brera ist ein Frauenauto im doppelten Sinne – SIE schauen fast alle, und auch auf der Fahrerseite finden sich in der Sonnenblende Schminkspiegel und Leuchte.  Weibchen – Delle gefällig? – stemmt die schwere Tür mit spätem Haltepunkt in schrägen Parkbuchten flott ins Nebenparkerblech. Die erste Reihe ist erstklassig bequem, die zweite zweite Klasse. Wer als Erwachsener devot abgeduckt hinten sitzt, dem geht zudem die Einstiegshilfe an die Beine: Ein beklemmendes Gefühl, wenn der elektrisch erst vor-, dann zurücksurrende Vordersitz sich plötzlich am Knie festfährt.  >>>Weiter>>>

 

 

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